Dinslaken: Entenfamilie kommt bei Familie unter

Dinslaken : Ehepaar nimmt kleine Entenfamilie bei sich auf

Tanja Kruber und Andy Törkel bauten in ihrem Garten ein Gehege für eine Entenfamilie mit einer verletzten Mutter.

Andy Törkel und Tanja Kruber aus der Gartenstraße pflegen eine ganz besondere Freundschaft. Nämlich die zu einer fünfköpfigen Entenfamilie. Kennengelernt haben sie sich durch den täglichen Spaziergang der Enten vom Rotbach zum Teich am Stadtpark, wobei sie am Haus von Andy Törkels Mutter direkt gegenüber vorbeikommen und kurz für ein paar Bissen Entenfutter anhalten.

Tanja Kruber habe die Enten immer über die Straße eskortiert, denn obwohl der Bereich in der Altstadt verkehrsberuhigt sei, würden die meisten Autofahrer hier zu schnell fahren. Doch eines Tages fing die Entenmama an zu humpeln. Kruber und Törkel beobachteten die Familie mit Sorge, denn die Verletzung brachte sie in ständige Gefahr, insbesondere die Küken. Als anstelle von sechs Kleinen nur noch vier übrig waren, beschloss das Ehepaar, zu helfen.

Es lockte die Entenfamilie mit Futter in seinen Garten und brachten sie in Trageboxen zur Tierärztin, die die Tierhilfe Dinslaken-Voerde zuvor empfohlen hatte. Gegen die Schwellung im Fuß verschrieb die Tierärztin eine Salbe und verordnete Bettruhe für die Ente. Da es im Alltag einer Mutter von vier Kindern allerdings keine Bettruhe gibt, nahmen Törkel und Kruber die Tiere zu sich.

Zunächst brachten sie die Gäste im Wintergarten unter, doch dass das keine Dauerlösung sei, hätten sie schnell festgestellt. „Allein schon wegen des Gestanks“, sagt Törkel. Seine Frau fügt hinzu, der ganze Raum sei voller Fliegen gewesen, man habe das Gefühl gehabt, man stünde in einem Bienennest. Mit Kaninchendraht und den Holzbrettern eines alten Bettgestells baute das Ehepaar im Garten einen Stall. Außerdem vorhanden: Ein mit einem Mörtelkübel improvisierter Teich, in dem die Enten sich auch jeden Morgen vergnügen, Schattenplätze und ein Heubett.

Andy Törkel und Tanja Krober haben eine Entenfamilie gerettet und für das verletzte Muttertier und die Jungen ein Gehege gebaut. Mittwoch der 04.07.2018 in Dinslaken. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services

Nun liegt die Entenfamilie im schattigen Heu, die Küken sehen munter und zufrieden aus. Nur die Mama liegt etwas erschöpft in einer Ecke. In den nächsten Tagen werde sie daher noch einmal zum Tierarzt müssen, diesmal zum Röntgen. Das Ehepaar hofft, der Ente geht es bald wieder gut, denn der Nachteil dieses „zweischneidigen Schwerts“, so Andy Törkel, sei es, dass die Enten sich nicht zu sehr an den Menschen gewöhnen sollen. Auch wenn er und seine Frau die Enten lieb gewonnen haben, werden sie diese, sobald der Fuß der Mutter verheilt ist, weit genug von der Gartenstraße entfernt aussetzen.

(ll)
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