Dinslaken Elternbefragung zu Schulen ausgewertet

Dinslakener Schulausschuss : Ergebnis der Elternbefragung

Die Elternbefragung zur Zukunft der Dinslakener Schullandschaft ist ausgewertet. Eindeutige Klarheit hat sie, wie zu erwarten war, nicht gebracht. Überraschendes auch nicht. Jetzt ist die Politik am Zug.

Die Verunsicherung ist groß. Das hat nicht nur die heftige Diskussion im Vorfeld gezeigt. Das war auch den Beiträgen der Eltern zu entnehmen, die sich gestern zu Beginn der Sitzung des Dinslakener Schulausschusses zu Wort meldeten.

Wie sieht die Zukunft der Dinslakener Schullandschaft aus? Klar ist, auch wenn das noch nicht formell beschlossen ist, dass die Sekundarschule keine Zukunft hat. Dazu sind die Anmeldezahlen einfach zu niedrig. Aber was dann? Gibt es eine zweite Gesamtschule. Wenn ja, wo kommt sie hin? Wird sie in Hiesfeld errichtet? Muss für sie dann die dortige Realschule weichen und an den Standort der jetzigen Sekundarschule in den Volkspark umziehen? Das und vieles mehr wollen die Eltern wissen. Antworten darauf haben sie noch nicht bekommen. Dafür, dass die Eltern das als unbefriedigend empfinden, habe sie volles Verständnis, erklärte Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann, befriedigende Antworten könnten allerdings erst erfolgen, wenn die Grundsatzentscheidungen getroffen seien.

Wie die ausfallen werden, ist aber auch nach den Ergebnissen der Elternbefragung, die die Dinslakener Verwaltung gestern im Ausschuss vorstellte, allenfalls ein bisschen klarer. Zu einer tiefgreifende Analyse des Befragungsergebnisses hat, wie Thomas Termath für die Schulverwaltung erklärte, die Zeit noch nicht gereicht.

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Tendenzen allerdings lassen sich schon ablesen. Eines ist ganz eindeutig: Dinslakens Eltern wollen mehr Gesamtschulplätze. Und zwar deutlich mehr als die Ernst-Barlach-Gesamtschule bislang zu bieten hat. Ob sich daraus dann automatisch folgern lässt, dass eine zweite Gesamtschule errichtet werden muss, ist die Frage die jetzt beantwortet werden muss. Aus der Befragung lässt sich auch ablesen, dass wohl die meisten Eltern den Standort Hiesfeld für eine Realschule bevorzugen würden. Die Politik hat seit gestern jedenfalls. eine Menge Zahlenmaterial an der Hand, das sie nun gewichten muss, denn eine ganz eindeutige Richtung mochte sie, wie die Sprecher aller Fraktionen unisono anmerkten, aus den reinen Zahlen noch nicht erkennen.

Die Befragungsergebnisse haben die Politik allerdings auch nicht sonderlich überrascht, wie Johannes Niggemeier (SPD) erklärte, da sie im Wesentlichen das Verhalten der Eltern im aktuellen Anmeldeverfahren für die Dinslakener Schulen spiegeln. So ist das Ergebnis der Befragung eben auch nur ein Baustein der Entscheidungsfindung. „Beschließen muss letztlich die Politik“, sagte Niggemeier.

Das aber sollte sie schnell tun, wie Jutta Frenk von der Unabhängen Bürgervertretung und Malte Kemmerling von der Bewegung für nachhaltige Politik appellierten. „Das sind wir den Eltern schuldig“, sagte Frenk. Und auch Bernd Saalfeld als Sprecher des Arbeitskreises der Dinslakener Schulleiter betonte, dass die Politik nun aufgerufen sei, intensiv zu beraten und zügig zu entscheiden.

Der Leiter des Hiesfelder Gymnasiums erinnerte daran, dass die Grundschulen bald Empfehlungen an die Eltern zum Besuch einer weiterführenden Schule aussprechen müssten. Schulen und Eltern bräuchten schnellstens Klarheit, wie die Schullandschaft der Zukunft in Dinslaken aussehen wird.

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