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Dinslaken: Eine Welt Laden feiert sein 40-jähriges Bestehen

Fairer Handel : Eine-Welt-Laden besteht seit 40 Jahren

Die Corona-Krise hat die Pläne der Aktiven, die sich für den fairen Handel engagieren, über den Haufen geworfen. Die Veranstaltungen, die zum Jubiläum geplant waren, können in diesen Zeiten nicht stattfinden. Die Arbeit geht weiter.

Die Eine-Welt-Gruppe Dinslaken und der Laden des Vereins im Herzen der Altstadt begehen ihr 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde über dem Geschäft an der Duisburger Straße 43 ein großes Banner aufgehängt, das unter dem Motto „fair geht vor“ auf das Doppeljubiläum hinweist. Die ursprünglich geplanten Veranstaltungen, wie eine Schifffahrt im Duisburger Hafen und ein Gottesdienst für die im Laden ehrenamtlich Mitarbeitenden, können jetzt nicht stattfinden. Der „Fairkauf“ im Ladenlokal unterliegt den Corona-bedingten Einschränkungen. Edith Bruckwilder, Vereinsvorsitzende und Aktive der ersten Stunde, freut sich darüber, dass die Kunden dem Eine-Welt-Laden auch in diesen Krisenzeiten die Treue halten. „Das ist der Hammer“, sagt sie begeistert.

Im Jahre 1980 wurde der Verein Eine-Welt-Gruppe Dinslaken (damals noch Dritte-Welt-Gruppe) gegründet und der Laden konnte eröffnet werden. Schon vorher setzten sich Aktive für den Gedanken des fairen Handels ein. Zu ihnen gehörte Heinrich Knechten, der damals als Kaplan in der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Vincentius tätig war. Er richtete einen Verkauf in seiner Wohnung an der Gartenstraße ein, wie sich Edith Bruckwilder erinnert. Das waren die Anfänge des Vereins und des späteren Ladens in der Altstadt. Kaffee aus Nicaragua, Honig und Tee sowie Taschen aus Jute, als Alternative zu den Einkaufstüten aus Plastik, gehörten damals zum Angebot. „Zudem bekamen die Kunden Informationen zur politischen Situation in den Ländern, in denen die Waren hergestellt wurden“, berichtet Edith Bruckwilder. „Der Verkauf war damals Mittel zum Zweck, um über politische Hintergründe zu informieren.“ Das hat sich im Laufe der Jahre etwas geändert. Heute steht der faire Handel mit Informationen über die Projektpartner in den verschiedenen Ländern und deren Produktionsbedingungen im Mittelpunkt. Das Warenangebot ist ausdifferenziert und wesentlich größer als früher. Im Verkauf gab es eine Professionalisierung, dazu gehört auch, dass Waren professioneller präsentiert werden und nicht wie in Anfangszeiten mangels Geld in Apfelsinenkisten, wie Edith Bruckwilder berichtet. Heute gehört das Dinslakener Geschäft bundesweit zu den ältesten Eine-Welt-Läden.

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Edith Bruckwilder und Doris Rigorz, die seit vielen Jahren im Eine-Welt-Laden arbeiten, begannen 1992, sich für Flüchtlingsfrauen zu engagierten, die in der Fliehburg lebten. Diese Arbeit wurde in die Eine-Welt-Gruppe integriert und ist bis heute ein besonderes Markenzeichen des Vereins.

2003 wurde der DIN-Kaffee eingeführt, der sich zu einen erfolgreichen Stadtkaffee entwickelt hat. Für dessen Lagerung wurde das Kaffee-Kontor in der Nähe des Ladens angemietet. Im Rahmen der DIN-Tage wurde 2005 das erste Faire Kulturcafé im Innenhof der Burg veranstaltet, das längst fester Bestandteil des Stadtfestes ist. Einen wesentlichen Anteil hat die Eine-Welt-Gruppe daran, dass die Stadt Dinslaken 2009 das achte Fair Trade Town in Deutschland wurde. 2015 wurde der Verein mit dem „Schwester Maria Euthymia-Sonderpreis“ der Stadt Dinslaken ausgezeichnet. 2016 führte der Eine-Welt-Laden die Schokokunst Dinslaken“ ein. Udo Buschmann, Dinslakener Künstler und Lehrer, hatte für die Verpackung der Stadtschokolade das Motiv des Lohberger Bergparks entworfen.

Das Vereinsengagement für Flüchtlinge führte dazu, dass seit dem Weihnachtsgeschäft 2017 im Laden an der Duisburger Straße die so genannten Lebostaschen verkauft werden. Hergestellt werden sie auf der griechischen Insel aus den Rettungswesten, die geflüchtete Menschen nach ihrer Flucht über das Meer am Strand zurückgelassen haben. Die Produktion findet in einem Arbeitsprojekt in der Hauptstadt der Insel Lesbos statt. Vertreter des Eine-Welt-Ladens und des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken besuchten 2018 die griechische Organisation „Lesvos Solidarity“, die sich um Flüchtlinge kümmert und die Lebostaschen vertreibt. Im Rahmen dieses Besuches wurde die Zusammenarbeit vertieft.

Gegenwärtig sind 25 Männer und Frauen ehrenamtlich im Verein und im Eine-Welt-Laden tätig. „Unser Weltladen ist das Fachgeschäft für fairen Handel. Wir engagieren und ehrenamtlich, weil wird durch den fairen Hadel ganz konkret Menschen zu einem besseren, menschenwürdigeren Leben verhelfen und unseren Handelspartnern auf Augenhöhe begegnen“, begründen die Mitarbeitenden ihr Engagement.