Dinslaken: Ein neuer Treffpunkt für die Fliehburg-Jugend

Jugend in Dinslaken : Ein neuer Treffpunkt für die Fliehburg-Jugend

Die Caritas renovierte ein leerstehendes Haus, Inner Wheel, Lions und Rotarier spendeten 10.000 Euro für die Ausstattung.

Klackende, hämmernde Geräusche, dann ein Jubelruf – der kleine Ball ist drin – gewonnen. „Der Jugendtreff ist einfach klasse“ – die Meinung der Jugendlichen, die gerade ihr Kickerspiel beendet haben, ist eindeutig. Nun, sie haben ja auch tatkräftig bei der Renovierung einer der Häuser an der Fliehburg mitgewirkt und es in ein wahres Paradies verwandelt: fünf Räume, jeder individuell gestaltet, Billard im einen Raum, Air-Hockey im anderen, Kickerspiele, ein Musikraum, ein Raum zum Abhängen mit einer riesigen Ledercouch aus den Beständen des Caritas-Möbellagers.

„Die Jugendlichen in der Fliehburg hatten schon lange den Wunsch, einen Jugendtreff zu bekommen“, erzählt Caritas-Mitarbeiter Guido Busch. Zwar gebe es einen Bolzplatz mit einigen Spielgeräten, doch im Winter sei dieser ja nicht nutzbar. Mit einer 10.000 Euro Spende von Inner Wheel, Lions Club Dinslaken, Lions Club Dinslaken 2012 und dem Rotary Club Walsum/Niederrhein war es der Caritas möglich, den Traum der Jugendlichen Wirklichkeit werden zu lassen. „Die Idee gab es schon lange, auch Angebote für Frauen und Männer gibt es schon, für Kinder und Jugendliche aber fehlte es an eigenen Räumlichkeiten als Rückzugsmöglichkeit“, erzählt Diplom-Sozialpädagoge Michael Tekolf. Mit den Eltern und den Jugendlichen habe man ein seit längerem leerstehendes Haus renoviert und es zu einem Kleinod gemacht.

Als im Jahr 2015 auf einmal 1000 Flüchtlinge kamen, habe man erst für das Überleben gesorgt, so Guido Busch. Zimmer, Kleidung, Lebensmittel, Schule und Arbeit – das ging vor. Jetzt endlich könne man sich auch um die Freizeitaktivitäten kümmern. Für die Renovierung des Hauses stand ein Budget zur Verfügung, für die Ausstattung kam die Spende gerade richtig, davon konnten sich auch die Vertreter der einzelnen Institutionen am Mittwochabend in der Fliehburg überzeugen.

Mittwoch und Donnerstag, jeweils am Nachmittag, hat der Jugendtreff geöffnet, zurzeit noch geleitet von Michael Tekolf. „Es wäre schön, wenn die Jugendlichen später selber ihren Jugendtreff organisieren und ich nur noch im Hintergrund fungiere“, erläutert Tekolf. Benimmregeln für die Räumlichkeiten des Jugendtreffs haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereits aufgestellt: aufräumen, nicht klauen, Müll wegbringen, nichts zerstören – dieses und mehr haben sie schriftlich verfasst. Nur so, das ist den Jugendlichen klar, könne ihr Treff ein Kleinod bleiben.

Bislang tummeln sich nur Jungen im Treff, für Mädchen überlege man, eigene Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Das soll eines der nächsten Ziele und nicht nur auf eine Nähstube beschränkt sein. „Die Mädchen erreiche ich zurzeit als Mann nicht“, gibt Michael Tekolf zu. Eine Idee von Peter Eskes vom Lions Club: den Treff zu splitten, mittwochs und donnerstags benutzen ihn die Jungen, an zwei anderen Tagen die Mädchen, bis für sie eigene Räume nach ihren Wünschen gestaltet werden.

(big)
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