Dinslaken: Die dritte Stele des Geschichtpfades steht

Am Rathaus : Die dritte Stele des Geschichtpfades steht

30 Stelen im Stadtgebiet sollen einmal die Voerder Geschichte erzählen. Auf dem Marktplatz am Rathaus wurde der dritte Standort eingeweiht.

(mt) Das Projekt Geschichtspfad werde in den kommenden zwei Jahren eines der zentralen Themen für die Vereinsmitglieder sein, sagte Heinz Boß schon Ende Mai. Der Vorsitzende des Heimatvereins Voerde betonte in der Jahreshauptversammlung die Bedeutung des langjährigen Projekts, das der Verein schon 2017 initiiert hat. Der wichtigste Teil sei die Bewilligung der Fördermittel in Höhe von 65 Prozent der Gesamtmittel gewesen. Ohne die öffentlichen Gelder wäre eine die Errichtung des Geschichtspfades nur schwer durchführbar.

Seit kurzem gibt es nun einen weiteren Standort. Auf dem Marktplatz am Rathaus weihten Vertreter des Heimatvereins gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Haarmann, dem Ersten Beigeordneten Wilfried Limke sowie Vertretern der Politik eine neue Stele auf dem Voerder Geschichtspfad ein. Es ist die dritte von insgesamt 30 Stelen, die im Stadtgebiet aufgestellt werden sollen.

Neben dem Voerder Vogel als Erkennungszeichen liefert die Stele auch Informationen über den Standort. So ist zu erfahren, dass es erst seit 1976 einen Marktplatz in Voerde gibt. Drei Jahre zuvor hatte sich die Gemeinde erfolgreich gegen eine Aufteilung zwischen Dinslaken und Wesel gewehrt.

Mit der Errichtung eines Marktplatzes fiel auch die Entscheidung für ein Zentrum im Ortsteil Voerde. Der Bau des Rathauses folgte 1982/83. Zu lesen ist auch, dass der Platz im Laufe der Jahre einige Veränderungen erfuhr. So wurden 1994 die Bäume neue angeordnet, um den Platz zu verkleinern. Aber diese Struktur trennte die Geschäfte am Osterfeld vom Marktplatz ab. Und der Platz litt unter der Dauernutzung als Parkfläche.

Heute ist das Motiv des Marktplatzes die Lage der Stadt am Rhein. „Feine Nebeldüsen stellen den Verlauf des Flusses dar und die langgestreckten Bänke erinnern an die Rheinflöße, mit denen Holländer früher Schiffsbauholz aus dem Schwarzwald transportierten“, heißt es zur neugestalteten Fläche.

Eine ins Pflaster eingelassene Stahltafel mit dem Schriftzug „800“ dokumentiert, dass sich in Götterswickerhamm der Rheinkilometer 800 befindet. Ebenfalls wurden die elf Ortsnamen der Stadtteile gemäß ihrer Lage im Stadtteil in das Pflaster eingelassen. Es gibt neben dem Text auch zwei Fotos: Das eine zeigt, wie der Platz im April 1983 aussah, das andere ist ein Luftbild aus dem Jahre 2016 und zeigt die Fläche vor dem Umbau.

Der Geschichtspfad ist ein Projekt zum Kennenlernen der Stadt Voerde und ihrer Stadtteile. Er besteht aus historisch bedeutenden Bauwerken und Orten der Erinnerungskultur, die zur Identitätsstiftung und -erhaltung in der Region für Bürgerinnen und Bürger der Stadt als auch willkommenen Besuchern beitragen sollen. Um eine größtmögliche historische Genauigkeit gewährleisten zu können, werden die Angaben auf den Informationspulten durch den Heimatverein mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Archiv der Stadt abgestimmt.

Der Marktplatz wird zwar als Standort Nummer eins geführt, ist aber nicht die erste Stele, die der Heimatverein aufstellen konnte. Die ist am Gasthaus Möllen installiert worden. Ein weiterer Standort ist das „Mahnmal Buschmannshof“. Bis 2022 will der Heimatverein das Projekt abschließen. Im Schnitt sollen jedes Jahr jeweils sechs neue Stationen auf dem Voerder Geschichtspfad entstehen, die auf dem ganzen Stadtgebiet verteilt sind.

(mt)
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