Dinslaken: Day of Song in der Zechenwerkstatt Lohberg

Day of Song in Dinslaken : Wo man gemeinsam singt

Die zentrale Dinslakener Veranstaltung des „!Sing – Day of Song“ fand erstmals in der Zechenwerkstatt in Lohberg statt.

Es sind die Jüngsten, die in dieser Mittagsstunde in der Lohberger Zechenwerkstatt den Ton angeben. Der Kinderchor „Die Schiefen Spieler“ sowie Mädchen und Jungen der Gemeinschaftsgrundschule Hühnerheide singen kräftig, akzentuiert und präzise das „Steigerlied“, die Kanons „Bruder Jakob“ und „I like the Flowers“, „Freude schöner Götterfunken“ und das hebräische „Hine ma tov“ unter der Leitung von Birgit und Robin Uhlig, während Volks-Chor-Leiter Juri Dadiani die vielen Sängerinnen und Sänger in der vollen Zechenwerkstatt dirigiert.

Der 2010 als Event des Kulturhauptstadtjahres erstmalig durchgeführte „Day of Song“ ist im Ruhrgebiet „die Mutter allen Rudelsingens“. Am Samstag fand die zentrale Veranstaltung für Dinslaken erstmalig am Standort der „Extraschicht“ in Lohberg statt.

Das „Steigerlied“ als die Ruhrgebietshymne schlechthin bildete die Klammer des Konzert- und Mitsing-Programms in der Zechenwerkstatt. Um 12.10 Uhr wurden vier Strophen von allen anwesenden Chören angestimmt, darunter dem eigens für den Anlass gegründeten, 40 Stimmen starken Projektchor unter der Leitung von Juri Dadiani. Und zum Ende der Veranstaltung am frühen Nachmittag sangen die Kneipensänger mit den verbleibenden Gästen das komplette Lied mit allen sieben Strophen.

Dazwischen hatte Thomas Baumann als Programmplaner des Dinslakener „Day of Songs“ einheimischen Chören die Gelegenheit geben, sich auf der großen Bühne der Zechenwerkstatt zu präsentieren. Es war ein eng gestecktes, aber dank guter Organisation reibungslos ablaufendes Programm.

Nach dem gemeinsamen, in allen Teilnehmerstädten synchron verlaufenden Start mit den Liedern aus dem eigens für den Anlass gedruckten Liederbuch sang der KuKaKor unter der Leitung von Martina Aschenbach zeitloses Liedgut vom alten, französischen Trinklied „Tourdion“ bis zu „California Dreaming“ – das Querflötensolo spielte Paul Alexander Jost.

Aus den Reihen der Schiefen Spieler hat Robin Uhlig einen Jugendchor aufgebaut, dessen modernes Repertoire Musical-Songs ebenso umfasst wie Cohens „Hallelujah“. Eine Extraerwähnung von Moderator Thomas Baumann erhielt Helen Kühn für ihr stimmgewaltiges Solo in „I will follow him“.

Zwischen elf und 84 Jahre alt sind die Sängerinnen und Sänger des Evangelischen Kirchenchors Drevenack, dessen Repertoire Chorleiter Marco Rohde um Spirituals und weltliche Lieder erweitert hat und der sich seitdem auch überkonfessionellen Zulaufs erfreut. Den Gästen aus Hünxe folgte der Frauenchor „pro musica“ aus Voerde, ebenfalls unter der Leitung von Marco Rohde.

Der „Day of Song“ sollte ein Tag des Liedes an vielen Orten werden. Aber dies gefiel offenbar nicht jedem. Der Fachdienst Kultur hatte mit der Marktleitung des Wochenmarkts in Lohberg vereinbart, dass auch dort gesungen würde. Aber noch während des Auftritts des Shantychors beklagte sich ein Händler, die Ablenkung bedeute für ihn Verdienstausfall, der Auftritt von Din a Capella wurde daraufhin sehr zum Ärger des Chores gestrichen.

Nachmittags ging es dann in die Innenstadt. Das Ensemble Stimmbruch und Chöre von Sankt Vincentius beschlossen den Day of Song in der Stadtbibliothek Dinslaken und später im Vorabendgottesdienst.