Stadtverwaltung Dinslaken „Personelle Situation weitaus weniger dramatisch, als öffentlich dargestellt“

Dinslaken · Die Dinslakener Stadtverwaltung sieht sich bei der Stellenbesetzung zukunftsfähig aufgestellt. Gegenwärtig seien weniger als fünf Prozent der rund 1200 Stellen unbesetzt, damit liege man prozentual weit unter dem Durchschnitt anderer Kommunen.

 Bürgermeisterin Michaela Eislöffel kann bei der Personalgewinnung kein strukturelles Problem in ihrer Verwaltung erkennen.

Bürgermeisterin Michaela Eislöffel kann bei der Personalgewinnung kein strukturelles Problem in ihrer Verwaltung erkennen.

Foto: Stadt Dinslaken

Fachkräftemangel, demografischer Wandel und Abwanderung in umliegende Großstädte – wie auch andere Kommunen sieht sich die Stadt Dinslaken mit vielen Herausforderungen in der Personalgewinnung konfrontiert. „Aktuell ist die personelle Situation allerdings weitaus weniger dramatisch, als öffentlich dargestellt“, meint Bürgermeisterin Michaela Eislöffel nach Analyse der Zahlen. Zurzeit seien weniger als fünf Prozent der etwa 1200 Stellen unbesetzt, also etwas unter 60.

Die größten Probleme mit unbesetzten Stellen bestehen, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Dinslaken heißt, im Bereich der Ingenieure und der Erzieherinnen. „Die Ausbildungskapazitäten im Bereich der Erzieher und Erzieherinnen sind im Vergleich zu dem Ausbau der Kindertagesstätten bisher nicht proportional mitgewachsen. Aufgrund des Bedarfs müssen wir auch weiterhin die Zahl der Kinderbetreuungsplätze erhöhen und würden gerne auch die Ausbildungskapazitäten anpassen, um für die Zukunft den Bedarf an Fachpersonal decken zu können“, erklärt die Verwaltungschefin.

Zum Jahreswechsel 2023/2024 waren nach Verwaltungsmitteilung 51 Vollzeit-Äquivalente offen. Hinzu kämen noch etwa vier Vollzeit-Äquivalente, die aufgrund von unbesetzten Stellenanteilen von Personen, die in Teilzeit beschäftigt sind und deren restliche Stunden (bis zu einer Vollzeitstelle) kurzfristig nicht besetzt werden könnten. Dies resultiere daraus, dass die Stadt Dinslaken ihren Mitarbeitenden mit Job-Sharing- und Teilzeit-Modellen familienfreundliche Arbeitsbedingungen einräume. Aktuell seien acht Besetzungsverfahren in der Ausschreibung und bei rund 20 laufe ein internes Auswahlverfahren.

Neben Erzieherinnen sind in Dinslaken auch studierte Ingenieure und Ingenieurinnen gefragt. Diese wählten jedoch häufig den Weg in die besser zahlende freie Wirtschaft oder zu besser bezahlenden Großstädten. Die Stadt Dinslaken versucht dieser Problematik des Fachkräftemangels nach eigener Aussage seit Jahren durch gute Arbeitsbedingungen, „wie etwa den Ausbau des Gesundheitsmanagements mit der Betriebssportgruppe und der Möglichkeit für Homeoffice entgegenzuwirken“.

Die Stadt Dinslaken punktet nach eigener Einschätzung bei externen Bewerbern „als agile Stadtverwaltung mit kurzen Wegen“. In Dinslaken könne etwas bewegt werden. Überdies sorge ein digitales Bewerberverfahren dafür, dass die Bewerber und Bewerberinnen ab Bewerbungseingang gut betreut werden könnten. Diese Maßnahmen seien zuletzt in dem besonders hart umkämpften Bereich der Ingenieure erfolgreich und die Stadt Dinslaken habe zwei Fachkräfte im Ingenieursbereich gewinnen können.

Im vergangenen Jahr habe die Verwaltung alles darangesetzt, neue Ausbilder und Ausbilderinnen zu finden, um die Ausbildungskapazitäten auch in Zukunft erhöhen zu können. Dies erscheint der Kommune aufgrund des demografischen Wandels und der Flexibilität von Personal notwendig, um künftig geeignetes Fachpersonal für die Stadt Dinslaken zu generieren. Bereits Anfang 2024 hätten drei Ausbilder und Ausbilderinnen die notwendige Schulung erfolgreich abgeschlossen, die vierte Person werde zeitnah an einer Qualifizierung teilnehmen. Darüber hinaus gebe es in den Fachdiensten Praxisanleiter und weitere Mitarbeitende, die sich um die Ausbildung junger Kollegen und Kolleginnen kümmern würden.

Bürgermeisterin Eislöffel hält zwei weitere Recruiter-Stellen für notwendig, um in Zukunft gezielt Personal anwerben zu können. Aktuell sind diese beiden Stellen noch aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung in der Schwebe. Die gesetzliche Grundlage binde die Verwaltung aktuell bei Stellenausschreibungen erheblich, denn es dürften nur Stellen zur Sicherstellung von Pflichtaufgaben ausgeschrieben werden.

„Fachkräftemangel ist ein gesellschaftliches Problem, was auch Auswirkungen auf Stellenbesetzungsverfahren in der Stadt Dinslaken hat. Wir liegen prozentual im Vergleich zu anderen Kommunen weit unter dem Durchschnitt bei unbesetzten Stellen, sodass wir davon ausgehen, dass es kein strukturelles Problem in unserer Stadtverwaltung gibt“, sagt Michaela Eislöffel. Um die Dinslakener Stadtverwaltung zukunftsfähig aufzustellen, würden sicherlich weitere Maßnahmen unter Einbeziehung der Ideen aus der Belegschaft notwendig sein, damit die Stadt sich erfolgreich den Herausforderungen stellen könne. Die Bürgermeisterin verweist darauf, dass die von den Fraktionen eingebrachten Ideen in die weitere Planung der Stadtverwaltung einfließen werden.

Erst kürzlich hatten die Ratsfraktionen von Grünen, FDP, Aktive Wählergemeinschaft (AWG) und der Partei einen gemeinsamen Antrag zur besseren Gewinnung von städtischem Personal eingebracht. Sie sahen die Notwendigkeit zu diesem Schritt, weil sich seit der Kommunalwahl die schon zuvor nicht zufriedenstellende Situation weiter verschlechtert habe.

(RP)
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