Dinslaken: Bürgermeister Michael Heidinger blickt optimistisch ins neue Jahr

Ausblick 2019 in Dinslaken: Bürgermeister Michael Heidinger : „Dinslaken ist eine fantastische Stadt“

Die Neunutzung des Trabrennbahn-Areals, das Bahnhofsumfeld und die Straßenbahnlinie 909 werden 2019 wichtige Themen bleiben.

Dinslaken soll weiterhin zukunftsfähig bleiben. Das ist auch im neuen Jahr mein Hauptanliegen. Wir sind eine Stadt, die in die Zukunft investiert und damit auch in die nachfolgenden Generationen. Manchmal höre oder lese ich die Behauptung, dass Dinslaken zu viel Geld investieren würde. Diese Behauptung ist inhaltlich falsch. Unsere Vermögensgegenstände wie Gebäude, Straßen und Plätze verlieren jedes Jahr an Wert durch Abschreibungen, und man muss genau diesen Wert reinvestieren, um das städtische Vermögen zumindest auf dem aktuellen Niveau zu halten. Eine Stadt, die sich entwickeln will, muss mehr Wert schaffen, als sie durch Abschreibungen verliert.

Innerhalb von vier Jahren (2014-2017) haben wir 67,7 Millionen Euro ohne Fördermittel investiert. Rechnet man die Fördermittel mit, sind es insgesamt 97,7 Millionen Euro. Dem gegenüber standen 88,2 Millionen Euro Abschreibungen. Das ist nun wirklich alles andere als ausufernd.

Die Neugestaltung des Bahnhofsareals wird auch 2019 Politik und Verwaltung beschäftigen. Foto: arnulf stoffel/Arnulf Stoffel

Dinslaken ist eine fantastische Stadt, in der viel bewegt wird. In Millionenhöhe investieren wir unter anderem in Sportstätten, in die Kindergärten und in die Schulen. Auch in den nächsten Monaten und Jahren stehen weitere bedeutende Zukunftsthemen auf der Tagesordnung: Wie kann das Areal der Trabrennbahn genutzt werden? Wo findet ab 2023 die Martinikirmes statt? Welche guten Ideen haben die Dinslakenerinnen und Dinslakener für die Neunutzung des Trabrennbahn-Geländes?

Darüber wollen wir im Jahr 2019 mit den Bürgern sprechen. Vor allem wollen wir viel zuhören, um zu erfahren, was die Menschen bewegt und was sie von ihrer Stadtverwaltung erwarten. Ein weiteres großes Thema ist die Umgestaltung des Bereichs rund um den Bahnhof. Dazu haben wir kürzlich einen öffentlichen Diskussionsabend gemacht, an dem uns Bürgerinnen und Bürger viele Anregungen, Hinweise und Informationen gegeben haben. Diese prüfen wir im Moment. Auch im neuen Jahr wird es wieder einen solchen Austausch geben. Ziel ist, das Bahnhofs-Areal für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu verbessern. Ob man mit dem Auto kommt, mit dem Motorrad, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder auch mit der Straßenbahn.

Apropos Straßenbahn: Die Straßenbahnlinie 903, die uns mit Duisburg verbindet, sorgt zurzeit für Schlagzeilen. Der Kreis Wesel ist gesetzlicher Träger für den öffentlichen Personennahverkehr. Nun will der Kreistag aber plötzlich einseitig das Solidarprinzip aushebeln und die Stadt Dinslaken jährlich mit einer halben Million Euro belasten. Hier hat der Kreis eine Vereinbarung zum Nachteil der Stadt Dinslaken geschlossen, ohne die Stadt zu beteiligen. Nach Alternativen wurde anscheinend gar nicht Ausschau gehalten. Das ist inakzeptabel. Wir haben darum ein Anhörungsrecht beantragt.

In diesem Zusammenhang will ich eines deutlich sagen: Dinslaken ist im Grunde eine finanzstarke Stadt. Kommunen bräuchten keine Entlastung und keine Förderprogramme, wenn endlich Gerechtigkeit einziehen würde. Diese Gerechtigkeit gibt es noch nicht. Der Bund erlässt Gesetze, ohne die entsprechenden Kosten dafür zu tragen. Der Bund bestellt – und die Städte müssen zahlen. Damit muss endlich Schluss sein. Ich fordere zusammen mit einem breiten Bündnis deutscher Städte: Jeder bezahlt seine Rechnungen selbst. Dinslaken für die eigenen Ratsbeschlüsse, der Bund für alle Bundesgesetze. Dann wäre es sogar möglich, dass die Stadt Dinslaken innerhalb von vier Jahren alle ihre Altschulden tilgen könnte. Aktuell zieht der Bund die Kommunen über den Tisch. Dagegen müssen wir uns wehren.

Es gibt also auch im neuen Jahr viel zu tun. Dabei lässt sich das Team der Dinslakener Stadtverwaltung nicht nur von Professionalität und Engagement leiten, sondern auch vom Vorsatz, stets das Beste zu tun für die Stadt und die Menschen, die hier leben und arbeiten. Damit das klappt, sind wir darauf angewiesen, Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Vereinen und Organisationen zu bekommen. Informationen, Fragen, Kritik, Anregungen, Erfahrungen – kurzum: Feedback. Insofern freue ich mich besonders auf persönliche und konstruktive Gespräche im Jahr 2019.

Ich danke allen Menschen, die sich in Dinslaken engagieren, und wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesundes und glückliches neues Jahr.