Dinslaken: Atelierbesuch bei Ulrike Int-Veen

Atelierbesuch : Ein Atelier mit Schaufenstern

Ulrike Int-Veen schafft in der Dinslakener Altstadt Kunst. Ihre Bilder sind Blickfänger für vorbeigehende Passanten, die auch schon mal in die Räume der Künstlerin am Rittertor hineinspähen.

Wer in der Dinslakener Altstadt unterwegs ist, der kommt kaum umhin, die Arbeiten von Künstlerin Ulrike Int-Veen zu betrachten. In einer Fensterreihe direkt neben dem Rittertor leuchten die Farben auf ihren Bildern auf Augenhöhe der Passanten durch das Fensterglas. Häufig bleiben Menschen vor den Fenstern des Ateliers, das sich an der Ritterstraße befindet, stehen und versuchen, vorbei an den Bildern einen Blick ins Innere zu werfen, um zu sehen, was in den Räumen vor sich geht. „Hin und wieder traut sich auch mal jemand hereinzukommen. Das kommt allerdings nicht so häufig vor“, sagt Ulrike Int-Veen.

Dabei gibt es in ihrem Atelier eigentlich immer etwas zu sehen. Schon die Räumlichkeit an sich ist einen Blick wert. Lichtdurchflutet präsentiert sich der große Raum mit hoher Decke, an den Wänden Werke der Künstlerin. Das größte davon nimmt mit mehr als vier Quadratmetern Fläche eine ganze Wand ein. „Dieser Raum hier hat mich dazu inspiriert, mal etwas schaffen zu wollen, das größer ist als ich“, kommentiert Ulrike Int-Veen das großformatige Bild und erzählt, dass sie dafür auch mal auf der am Boden liegenden Leinwand herumlaufen muss oder ihre Pinsel an Besenstilen befestigt, um alle Partien des Bildes erreichen zu können – oftmals während ihr Menschen durch die Fenster ihres Ateliers dabei zuschauen.

Und wenn sie nicht selbst malt, dann bietet sie verschiedene Malkurse an. In Wochenkursen, die drei Mal im Monat stattfinden, Workshops an den Wochenenden oder künstlerischen Studienjahren mit zehn Wochenendterminen, Intensivwoche und Abschlussausstellung, sind zahlreiche Schülerinnen im Atelier der Künstlerin unterwegs, das gleichzeitig auch Malschule ist. „Dann ist der ganze Raum gefüllt mit den Werken und Arbeitsmaterialien der Kursteilnehmerinnen“, sagt Ulrike Int-Veen. Was natürlich auch ein interessanter Anblick für die Zaungäste ist, die durch die Fenster neben dem Rittertor einen Blick in die Räumlichkeiten erhaschen.

Natürlich dienen die Bilder, die Ulrike Int-Veen in die Fenster gehängt hat, als kleiner Sichtschutz. „Man möchte sich nicht unbedingt beim Malen in den Farbtopf schauen lassen“, sagt die Künstlerin. Allerdings genießt sie, genau wie ihre Kursteilnehmerinnen, das pulsierende Leben direkt vor dem Atelier. „Man ist hier Teil eines lebendigen, urbanen Raumes“, sagt Ulrike Int-Veen. „Außerdem sollte Kunst immer öffentlich sein – und ich denke, es ist eine kulturelle Bereicherung, wenn sie so in der Stadt präsent ist wie hier.“ Womit sie nicht nur ihr eigenes Atelier meint, sondern auch die ihrer Künstlerkolleginnen, die sich ebenfalls neben dem Rittertor angesiedelt haben.

Ursprünglich hatte sie ihr Atelier im Kreativquartier Lohberg, im Gesundheitshaus des ehemaligen Zechengeländes, bis ein Brand im Sommer 2016 sie und ihre Künstlerkollegen erstmal obdachlos machte. Zuerst zogen die Künstler in die Zentralwerkstatt auf dem Gelände um, dann in die Dinslakener Altstadt. „Wir fühlen uns hier alle wohl, sehen uns aber immer noch als Außenstelle des Kreativquartiers“, sagt Ulrike Int-Veen.

So öffnen zum traditionellen „Open House“, das zwei Mal im Jahr stattfindet, die Ateliers an beiden Standorten ihre Türen für Besucher, locken mit Ausstellungen und Aktionen. Sie selbst kann es sich auch vorstellen, in der Innenstadt zu bleiben, aber die Verbindung nach Lohberg ist weiterhin gegeben. Und wenn es klappen würde, wieder auf dem ehemaligen Zechengelände Räumlichkeiten für die Künstlerinnen und Künstler zu finden, würde sich Ulrike Int-Veen dort auch gut aufgehoben fühlen. „Da entsteht zur Zeit sehr viel und in Zukunft hat man dort sicherlich auch ein lebendiges Umfeld“, sagt sie. Allerdings werden dann die Besucher der Dinslakener Altstadt auf Einblicke in ihr Atelier verzichten müssen.

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