Dinslaken: Aktion "Tausche Kleidung gegen Kartoffeln" sichert Arbeitsplätze

Aktion „Tausche Kleidung gegen Kartoffeln“ in Dinslaken : Mit Kartoffeln Arbeitsplätze sichern

Für die Aktion „Tausche Kleidung gegen Kartoffeln“ im Kaufhaus der Diakonie gibt es zahlreiche Helfer.

Mehrere große Säcke und ein Beutel voller Kartoffeln liegen auf dem Wagen, den Inge-Lore Rediger und ihr Mann Ewald nach draußen schieben. „Wir haben mit einer Nachbarin zusammen 64 Kilogramm Kleidung gegen 32 Kilogramm Kartoffeln eingetauscht“, sagt Inge-Lore Rediger. Gestern war hier ein reger Auflauf im Dinslakener Kaufhaus der Diakonie, viele kommen für die Tausch-Aktion: „Am Ende gehen alle Menschen zusammen mit insgesamt rund fünf Tonnen Kartoffeln nach Hause“, schätzt Betriebsleiter Siegbert Weide.

Damit hier alles reibungslos abläuft, engagieren sich zahlreiche Mitarbeiter. So hilft auch Kristina Aleksic mit, bei ihr werden die Kleidungssäcke gewogen und sie stellt die Eintauschzettel mit Angaben des Gewichts und der Kundennummer aus. Seit 2015 ist sie hier tätig, vorher war sie rund anderthalb Jahre arbeitslos: „Heute arbeite ich im Kaufhaus auf 450-Euro-Basis und unterstütze auch ehrenamtlich“, sagt die 45-Jährige, die vorher Gastronomin war. Ursprünglich wollte sie „fünf Monate bleiben“, aber ihr habe es gut gefallen, so dass sie geblieben ist. Über das Jobcenter kam sie an die Stelle und das ist kein unüblicher Weg.

„Neben acht Stamm- und sechs Teilzeitkräften sowie zehn Ehrenamtlichen in Dinslaken arbeiten hier viele Maßnahmeteilnehmer“, erklärt Weide. Das sind Arbeitslose, die das Jobcenter vermittelt. Ziel der Maßnahmen sei es, den Menschen wieder eine Perspektive für eine Arbeit oder eine Ausbildung zu geben. „Sie fühlen sich hier gut aufgehoben“, sagt Weide. Dabei eignen sie sich in der Zeit einiges an: „Die Teilnehmer stärken ihr Selbstbewusstsein, lernen mehr über das Material und über Waren“, erläutert er. Dazu gehört auch Kristina Aleksic, die sich im Kaufhaus um die Preise kümmert: „Mittlerweile weiß ich in den meisten Fällen ungefähr, welchen Wert die Produkte haben.“ Ansonsten gucke sie im Internet nach, oder informiere sich in anderen Geschäften.

Für viele sei es laut Weide eine Möglichkeit, dass wieder ein Regelwerk entsteht und sie nicht direkt morgens nach dem Aufstehen Fernsehen schauen. Regelmäßig bekommen sie dann auch Rückmeldungen: „Feedback ist wichtig“, betont Weide. Am Ende erhalten die Maßnahmeteilnehmer ein Arbeitszeugnis, enthalten seien dann unter anderem Kriterien wie „Zuverlässigkeit und Sozialverhalten“.

(ten)
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