Dinslaken: 18-Jähriger landete mit Segelflugzeug an der Schloßstraße

Notfall in Dinslaken : 18-Jähriger landete mit Segelflugzeug an der Schloßstraße

Ein Segelflieger musste gegen 19 Uhr am Samstagabend auf einem Gelände an der Schloßstraße in Dinslaken eine „ungeplante Außenlandung“ durchführen. „Er ist in Krefeld gestartet, wollte über Dinslaken wieder nach Krefeld zurückkehren, ist aber dort nicht mehr angekommen, weil die Thermik fehlte“, erläuterte ein Sprecher der Polizei.

Das kleine Flugzeug landete demnach sicher auf einem Feld. Der Pilot war ein 18-Jähriger aus Kevelaer. Der junge Mann meldete sich nach dem Manöver selbst bei der Polizei: „Er wollte Bescheid geben, dass alles okay ist und er keine Hilfe braucht“, so der Sprecher. Wichtig nicht zuletzt, um unnötige Aufregung zu vermeiden, falls sich noch besorgte Beobachter bei der Leitstelle melden würden. „Das hat er wirklich klasse gemacht“, lobte der Polizeisprecher dieses Verhalten.

Durch den Vorfall entstand laut Polizei weder Personen- noch Sachschaden. Die Landung erfolgte abseits bebauten Gebietes, niemand sei gefährdet worden. Lediglich das Segelflugzeug musste vom Ort der ungeplanten Landung geborgen werden. Ein Nachspiel hat die Angelegenheit nicht. Der Vorfall sei vergleichbar damit, dass ein Autofahrer an der Straße liegenbleibe, so die Einschätzung der Beamten.

Dass Segelflieger unplanmäßig zu Boden müssen, weil die Thermik fehlt, kommt tatsächlich immer mal wieder vor. Die Außenlandung ist auch Bestandteil der Ausbildung beim Pilotenschein. Daher sei, so informieren Segelflieger, in einem solchen Fall auch nicht von Notlandung die Rede, denn es handle sich nicht um einen Notfall: „Jede Landung auf einem Feld unterscheidet sich kaum von einer Landung auf einem Flugplatz.“ Wenn der Pilot bemerke, dass die nötige Thermik fehle, um noch einen Flugplatz zu erreichen, suche er sich einen geeigneten Ort, um den Flieger zu Boden zu bringen. Dafür bieten sich Flächen ohne Hochspannungsleitungen außerhalb der Bebauung an, die möglichst langgezogen sind. Wichtig sei, dass man gegen den Wind landet. Daher müsse der Pilot immer die aktuelle Windsituation im Blick haben. Hilfreich können hier auch Windräder sein, an denen man die Windrichtung ablesen könne.

In unserer ersten Meldung hieß es, der Flieger sei „auf“ der Schloßstraße gelandet. Wir haben das korrigiert.

(szf / zel)
Mehr von RP ONLINE