Dinslaken: DINamare wird 2,5 Millionen Euro teurer

Dinslaken: DINamare wird 2,5 Millionen Euro teurer

Bisher war der Umbau des Dinamare mit knapp 7,8 Millionen Euro kalkuliert, ins Hiesfelder Freibad sollten 3,1 Millionen Euro fließen. Nun soll das Bad am Volkspark allein über zehn Millionen Euro kosten.

Im Sportausschuss am Dienstag - zumindest in seinem öffentlichen Teil - sah alles noch so rosig aus. Die Dinslakener Bädergesellschaft (Dinbad) stellte den Sportpolitikern die Pläne für das neue Freibad in Hiesfeld und den Um- und Ausbau des DINamare vor. Danach waren alle frohen Mutes, dass die Dinlakener sich darauf freuen können, dass ihnen ab Sommer 2020 zwei Bäder zur Verfügung stehen, die (fast) keine Wünsche offenlassen. Das wird wohl auch so kommen, aber der Schwimm- und Badespaß wird deutlich teurer als geplant. Im öffentlichen Teil der Sitzung waren die Kosten für die Bäder kein Thema.

Das änderte sich aber, als sich die Türen für die Öffentlichkeit geschlossen hatten. Das neue DINamare wird teurer als geschätzt. Darüber informierte Michael Hörsken, einer der beiden Dinbad-Geschäftsführer, die Sportpolitiker im nichtöffentlichen Teil der Ausschusssitzung Demnach wird das von der Gesellschafterversammlung der Dinslakener Bädergesellschaft beschlossene Investitionsbudget für das Bad am Volkpark in Höhe von 7,76 Millionen Euro voraussichtlich um rund 2,47 Millionen Euro überschritten.

Dafür gibt es einleuchtende Gründe. Bei den bisher vorliegenden Zahlen für den Ausbau handelte es sich um Schätzungen aus dem Jahr 2016. Seitdem hat sich einiges getan. So sind die Baupreise stark gestiegen. Außerdem sind die Wünsche aus der Diskussion mit den betroffenen wassersporttreibenden Vereinen und der Politik in den nun vorliegenden Entwurf eingeflossen. Die Preisschätzung von 2016 beruhte auf einem Modell, das nur einen nördlichen Anbau zu den Parkplätzen hin vorsah.

Das hätte bedeutet, dass nur eine Seite des jetzigen DINamare hätte geöffnet werden müssen. Nach vielen Überlegungen sind alle Beteiligten inzwischen aber zu dem Schlusss gekommen, dass eine Erweiterung an drei Seiten sinnvoller ist. So soll das neue Sportbecken jetzt in der Flucht des bestehenden Nichtschwimmerbeckens platziert werden, der Ersatz für das Lehrschwimmbecken Bismarckstraße an der Seite hinter dem bisherigen Eingangsbereich und den Büro und Vereinsräumen. Diese Öffnung nach drei Seiten ist zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden.

  • Hintergrund : DINamare wird um zwei Becken vergrößert

Für die Dinslakener Politik wird die Kostenfrage spätestens im Finanzausschuss am Dienstag, 19. Juni wieder Thema. Auf dessen Tagesordnung steht der Wirtschaftsplan der Stadtwerketochter Dinbad und in dem sind die jetzt bekannt gewordenen Verschlechterungen bereits eingearbeitet. Dann hat noch der Rat das Wort, bevor die Gesellschafterversammlung der Dinbad über das neue Investitionsbudget entscheiden kann.

Bleibt die Frage, ob mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen ist - zum Beispiel auch beim Hiesfelder Bad Da ist Dinbad vorsichtig. Für das Freibad Hiesfeld geht die Bädergesellschaft derzeit von der Einhaltung des Kostenrahmens aus. Dort können Preissteigerungen in der Baubranche durch voraussichtlich günstigere Abriss- und Wasserhaltungskosten ausgeglichen werden. Hierin enthalten sind auch die Kosten für die angeregte Neugestaltung des Beckenbereichs. Offen ist noch, so hieß es gestern in der Pressemitteilung, ob sich durch die Berücksichtigung der widrigen Bodenverhältnisse beim Bau des Beckens Kostensteigerungen ergeben könnten.

Direkte Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt haben Kostensteigerungen bei den Bädern nicht. Aber wenn sich das Ergebnis der DiInbad verschlechtert, verschlechtert sich auch das Ergebnis ihrer Mutter Stadtwerke. Und der städtische Haushalt ist bekanntlich auf jeden Cent angewiesen, den die Stadtwerke ausschütten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE