Die Yukon Tramps and Drivers feiern in Dinslaken 30. Geburtstag

Square Dance : Tanzen im Quadrat

Die Yukon Tramps and Drivers feiern 30. Geburtstag. Zum Special hatte der Verein zwei bekannte Caller ins Festzelt nach Dinslaken eingeladen.

(fm) Links herum, rechts herum, vorwärts, rückwärts – und swing… in dem großen Festzelt des Dinslakener Square-Dance-Clubs Yukon Tramps and Drivers bewegen sich die Square Dancer über die große Tanzfläche. Es ist der 30. Geburtstag des Vereins und zu diesem Anlass lud dieser zwei europaweit bekannte Caller ein, die von 12 bis 20 Uhr ein Programm für die Tänzer boten.

Square Dance ist ein amerikanischer Volkstanz, der im 19 Jahrhundert entwickelt wurde. Vier Tanzpaare bilden jeweils eine Einheit. Der Caller – Ansager – gibt den Paaren zum Takt der Musik die Figuren auf Englisch vor. Square Dance ist weltweit standardisiert. Nach einer kurzen Ausbildung und einer Prüfung können die Tänzer in jedem Club auf der Welt mittanzen. In Amerika und Schweden sei der Tanz besonders beliebt, doch auch in Russland entwickelt sich die Szene immer mehr, erzählt Stefan Schend.

In der Square-Dance-Gemeinschaft geht es freundschaftlich zu, jeder wird aufgenommen und geduzt. Er ist bekannt als „Stefan aus Heidelberg“, gehört zu den „Heidelberg Heodowners“ und hat zum ersten Mal einen Weg von mehr als 300 Kilometern auf sich genommen. Doch seit er den Caller Sören Lindergaard erst bei Youtube, dann in Frankfurt erlebte, zieht es ihn zu dessen Veranstaltungen. Nachdem Stefans Kinder erwachsen waren, suchte er mit seiner Frau einen Tanzkursus und landete beim Square Dance. Seine Frau kann krankheitsbedingt nicht mehr tanzen, doch als Mann sei er immer begehrt, erzählt Stefan. Vom Frauenüberschuss im Square Dance berichtet auch Janette Strehler. Doch genau das sei einer der Vorteile dieses Sports, sagt sie. „Der Tanzpartner kann auch eine Frau sein, man braucht keinen Partner.“ Wer mitmachen möchte, muss nur Freude an der Bewegung haben.

Zusammen mit ihrer Freundin tanzt sie bei den Lucky Moon Light Dancers und hat sich für das „Himmelfahrts-Special“ des Dinslakener Clubs extra ihren Petticoat angezogen. Beide sind begeistert von dem Tanzsport. „Square Dance ist Sport, aber auch viel Kopfarbeit“, sagt Christof Michels, Präsident des Dinslakener Clubs: „Von der Struktur ist der Tanz so angelegt, dass er Alzheimer vorbeugt und das Gehirn fit hält. Wer nicht mehr schnell laufen kann, kann dies gut kompensieren.“ Irmgard Pösel ist 70 Jahre alt und tanzt seit 21 Jahren. „Wenn ich nicht mehr kann, mache ich eine Pause“, sagt sie. Square Dance ist hauptsächlich durch zwei Arten der Darbietung geprägt: dem Patter Call und dem Singing Call. Patter bedeutet so viel wie Plappern und beschreibt das Aneinanderreihen der Calls des Ansagers, also die Formationen, die er vorgibt. Beim Singing Call werden die Calls in bekannte Lieder eingebettet. Der Text wird durch die zu tanzenden Figuren ersetzt und der Refrain bleibt weitestgehend erhalten.

Auch bei dem Dinslakener Verein gehen die Mitgliederzahlen zurück. „Zu den besten Zeiten hatten wir 160 Mitglieder. Mittlerweile sind es halb so viele“, bedauert der Clubpräsident. „Wir sind wie eine kleine Familie“, sagt Christof Michels. Aktivitäten wie Fahrradtouren finden zusätzlich zu den Clubabenden statt. Zuletzt war eine Gruppe in Russland, um dort an einem „Special“ teilzunehmen.

(fm)
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