Hünxe: Die Sucht nach Wind

Hünxe: Die Sucht nach Wind

Die ersten Erfahrungen mit dem Lenkdrachen-Surfen machte der Hünxer Mark Dürschlag 2004. Der Beginn einer Leidenschaft, die ihn nicht mehr losgelassen hat. Mittlerweile betreibt er die mobile Kitesurf-Schule "Windsucht".

Als der Hünxer Mark Dürschlag (37) 2004 am Zeytouna Beach im ägyptischen El Gouna erstmals auf einem Kitesurf-Board stand, war es gleich um ihn geschehen. "Das war der Beginn einer Leidenschaft, die mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Das ist für mich wie eine Sucht, das Gefühl von absoluter Freiheit. Man gleitet über das Wasser, kann sich aber jederzeit in die Luft erheben. Man hat fast unbegrenzte Möglichkeiten, sich zu entfalten. Deshalb auch der Name meiner Kitesurf-Schule", erinnert sich Dürschlag an seine Anfänge auf dem Board – und wie er auf den Namen "Windsucht" für seine mobile Schule kam, die er seit dem 1. Juni dieses Jahres von seiner Wohnung aus betreibt.

Erst Krankenpfleger, dann Surfer

Zuvor war Dürschlag nach dem Erwerb seiner international gültigen Kitesurf-Lizenz auch mehrere Jahre saisonal, jeweils drei Monate am Stück, in Ägypten als Lehrer tätig. Da seine Lebensgefährtin aber nicht so viel Urlaub hat wie er, "habe ich mir gedacht, dass ich hier etwas machen muss". Von 7 bis 11 Uhr arbeitet der gelernte Krankenpfleger täglich bei der Arbeiterwohlfahrt in Wesel, ab 12 Uhr beginnt er mit der Betreuung seiner Schüler. "Für mich ist das ein Hobby. Es bereitet mir so viel Spaß, dass es mir nicht wie Arbeit vorkommt", unterstreicht Dürschlag.

Bevor Dürschlag seinen ersten Kitesurf-Kurs absolviert hatte, wäre es beinahe zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Am Auesee in Wesel wollte er seinen frisch erworbenen Kite (Lenkdrachen) ausprobieren, "schließlich hatte ich ja Erfahrung mit Lenkdrachen". Der Test endete für Dürschlag mit einem schmerzhaften Zusammenprall mit einer Würstchenbude, für seinen Kite in einem Baum. Das war ihm eine Lehre, heute betont er immer wieder, wie wichtig das Thema Sicherheit in seinem Sport ist.

"Das wird bei mir ganz groß geschrieben. Bei den Geschwindigkeiten und den Kräften, die da wirken, können Board und Kite schnell zu einer Waffe werden. Deshalb ist es immens wichtig, dass man weiß, wie man sie richtig bedient, wie man in bestimmten Stress- und Notsituationen reagieren muss", erklärt Dürschlag, der extrem verärgert auf viele seiner niederländischen Nachbarn reagiert. "Sie machen uns den Sport kaputt, indem sie sich einfach an den Strand stellen und loslegen, ohne Rücksicht auf Verluste – und ohne die nötige Ausbildung."

Sollten die Schüler Gefallen an dem Sport finden, und sich eine eigene Ausrüstung zulegen wollen, so werden rund 1100 Euro fällig. Allerdings macht Dürschlag seinen Schülern auch hier ein Angebot. "Wenn sie die Sachen bei meiner Schule kaufen, dann gibt es Vergünstigungen", erläutert Dürschlag. Dies gilt auch für die Neoprenanzügen, die jeder Schüler bei Kursbeginn von der Xantener Surfschule BeachLine gestellt bekommt, mit der Dürschlag eng kooperiert.

Der Kitesurf-Lehrer betont: "In der Xantener Südsee ist Kitesurfen erlaubt, aber nur mit Lizenz. Die Zusammenarbeit mit Beachline klappt dort hervorragend."

www.windsucht.de

(seba)
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