Voerde: Die Retter von morgen proben den Ernstfall

Voerde: Die Retter von morgen proben den Ernstfall

Anwärter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Voerde absolvierten die praktische Prüfung.

"Ich bin sehr zufrieden", wird Dirk Bosserhoff, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Voerde, am Ende der Übung die elf angehenden Feuerwehrmänner loben. Doch bis dahin ist es kein leichter Weg. Die Männer sind aus allen Einheiten der Stadt Voerde angerückt, um sich der praktischen Prüfung zu stellen.

"Mit dem Bestehen der Prüfung sind das die Retter von morgen", sagt Detlef Berlin, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Sie versammeln sich neben den blinkenden Feuerwehrfahrzeugen und lauschen zunächst dem Einsatzbefehl. In diesem Fall soll eine eingeklemmte Person aus einem Unfallwagen gerettet werden.

Zunächst werden die Werkzeuge aus dem Wagen geholt und auf dem Boden ausgebreitet. So seien sie für jede Eventualität ausgestattet, erklärt der stellvertretende Wehrleiter, Michael Bruckhausen. Jeder hat seine Aufgabe und verfolgt diese konzentriert. "Hektik bringt uns hier nicht weiter", kommentiert Bruckhausen. Mit schwerem Gerät sollen nun zwei Türen eines Autos entfernt werden, um den Dummie darin zu befreien und ihn auf eine Trage zu legen. Die Autoscheiben werden eingeschlagen, Glassplitter fliegen durch die Luft. Schnell fegen zwei Feuerwehrmänner die Scherben weg. Dann schnappen sich zwei weitere Kollegen eine riesige Zange, genannt Spreizer, und versuchen, die erste Tür zu entfernen.

  • Düsseldorf : Feuerwehrmänner messen sich bei der "Firefighter Challenge"

Doch das ist gar nicht so leicht. Das Plastik des Wagens verformt sich zwar, lässt sich aber nicht so einfach entfernen. Wenn bei einem echten Unfall das Auto zerbeult ist, kann das schon mal etwas länger dauern. "Was innerhalb von mehreren Wochen zusammengebaut wird, kann man nicht mal eben so in ein paar Minuten auseinandernehmen", so Bruckhausen. Zudem seien die Autos insgesamt sicherer geworden, so dass es im Falle eines Unfalls schwieriger sei, den Wagen auseinander zu nehmen.

Dann wird das Auto mit kleineren Holzblöcken stabilisiert, damit die verunglückte Person sich so wenig wie möglich im Wagen bewegt. "Man sieht, sie wissen, was zu tun ist", sagt Bruckhausen und weist darauf hin, dass die Männer auch an Kleinigkeiten gedacht hätten, wie an das Durchschneiden des Gurtes.

Schließlich ist es geschafft: beide Autotüren auf der Fahrerseite sind entfernt, der Dummie wird aus dem Auto gehoben und abtransportiert. Dirk Bosserhoff lobt die Truppe im Anschluss. Trotzdem nennt er ein paar Kleinigkeiten, die noch verbessert werden können. Und das sind die zukünftigen elf freiwilligen Feuerwehrmänner der Stadt Voerde: Sven Brekoff, Marcel Fengels, Sascha Mintjalla, Dennis Porschmann, Maximilian Wagner, Tom Schneiders, Lars Payenberg, Markus Engelhardt, Christoph Goch, Tom Hüsken und Markus Damm.

(af)
Mehr von RP ONLINE