Voerde: Die Pumpe im Freibad fest im Blick

Voerde : Die Pumpe im Freibad fest im Blick

Der Förderverein hat jetzt auch ein Auge auf die Technik. Um Reparaturen und kostspieligen Ersatz zu vermeiden, setzen die Mitglieder auf "vorbeugende Instandhaltung".

Vorsorge ist besser als Nachsorge - auf diesen kurzen Leitsatz lässt sich das bringen, was sich der Förderverein Voerder Bäder in Bezug auf das Pumpenhaus im Freibad auf die Fahnen geschrieben hat. Lag der Fokus seiner praktischen Arbeit bislang darin, sich auf der weitläufigen Anlage an der Allee um die Pflege der Grünflächen und Wege sowie um den Gebäudeerhalt mit neuem Anstrich etc. zu kümmern, hält der Verein nunmehr auch ein Auge auf die Technik. Ist im Zusammenhang mit einem Badebetrieb von einem Super-Gau die Rede, betreffe dies eben jenen Bereich, erläutert Prof. Dr. Günther Jacobi.

Der erste Vorsitzende des Fördervereins, von Beruf Arzt, bezeichnet das Pumpenhaus als "Herzkammer des Freibades". Um dessen Funktionserhaltung habe sich der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Stadt als Betreiberin in dieser Saison intensiv bemüht, sagt Jacobi. Es gehe um den Ersatz von Verschleißteilen, jedoch vordringlich eben um Vorsorge, also um "nachhaltige Maßnahmen", die sich eignen, Reparaturen und kostspielige Ersatzmaßnahmen langfristig zu verhindern.

Bei allem kann der Förderverein auf das Know how eines Mitglieds setzen, das namentlich nicht genannt werden möchte - ein "ausgewiesener" Experte, der sich mit dieser Materie in unzähligen Stunden professionell befasst und ein Aktionskonzept erarbeitet habe, anhand dessen "unser Pumpenhaus den Schrecken eines Super-Gaus verlieren kann", erläutert Jacobi. Vorstandsmitglied Günther Brüggemann spricht von einer "vorbeugenden Instandhaltung". Auch diese kostet Geld, aber "das rechnet sich".

Zunächst wurde im Pumpenhaus eine Bestandsaufnahme vorgenommen, es wurde geschaut, ob das eine oder andere optimiert werden kann, erklärt Schwimmmeister und Betriebsleiter Holger Rissel. Es handele sich um eine "ganz einfache" Technik, aber die "klappt wunderbar". Die zuvor mit Hand geschriebenen Schilder wurden durch eine neue übersichtlichere Beschriftung ersetzt. Außerdem wurde die Lüftung für die Umwälzanlage verbessert. Hintergrund: Im Pumpenhaus ist ein "offenes Filtersystem" eingebaut, was den Nachteil sich bildender Feuchtigkeit birgt und was über eine entsprechende Be- und Entlüftung geregelt werden muss.

Wenn man auf alte Maschinen ein Auge halte, "passieren Totalausfälle nicht", betont der Experte, der sich im Förderverein mit der Freibad-Technik beschäftigt. Die elektrische Ausrüstung im Pumpenhaus müsse erneuert, der "Zeit angepasst" werden. Auch fände er eine sogenannte Sanft-Anlaufschaltung sinnvoll, da dadurch die mechanische Belastung der Anlage wegfiele. Die Kosten beziffert er mit zirka 2500 Euro - ein Betrag, den der Förderverein gerne bereit wäre zu zahlen, wie der erste Vorsitzende Günther Jacobi betont.

In Sachen Badtechnik selbst Hand anlegen kann der Verein allerdings nicht, was mit der Gewährleistung zusammenhängt.

"Wir wollen, dass das hier funktionsgerecht läuft", bringt Günther Jacobi das Anliegen des Fördervereins, der zuletzt die Materialkosten von 6600 Euro für die Reparatur des Daches am Freibad-Gebäude übernommen hat, auf den Punkt. "Es soll nicht sein, dass, wenn ein Freibad nur drei Monate läuft, ausgerechnet dann etwas ausfällt."

(P.K.)
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