Die Musik von Emerson, Lake & Palmer in der Werkshalle Dinslaken

Rockwärts in die Siebziger : Tiefe Verbeugung vor den Rock-Sauriern

Zur „Tribute Night“ waren Gäste in die Werkhalle des Walzwerks Dinslaken geladen. Neben progressivem Rock der Emerson, Lake & Palmer-Coverband H.E.L.P. standen Stücke von Whitesnake auf dem Programm.

(fla) Fanfarenartige Keyboardklänge tönen durch die Halle des Walzwerks Dinslaken. Darunter mischen sich ein groovender Bass und ein treibender Schlagzeugtakt. Die Gruppe H.E.L.P., kurz für History of Emerson, Lake & Palmer, zaubert klanglich ein Stück der 70er-Jahre in die moderne Welt. Mit, wie könnte es bei dem Bandnamen anders sein, Stücken der Supergroup bestehend aus dem vor zwei Jahren verstorbenen Tastenvirtuosen Keith Emerson, und dem im selben Jahr verstorbenen Gitarristen und Sänger Greg Lake sowie Schlagzeuger Carl Palmer. Bei H.E.L.P. schlüpfen Michael Rolles (Keyboard), Jürgen Wieser (Gesang, Bass und Gitarre) und Klaus Rothenstein (Schlagzeug) in die Rollen der ELP-Bandmitglieder.

Und machen dabei einen sehr guten Job. Wie auch beim Original dominieren die Synthesizer-Klänge, die Michael Rolles aus seinen Tasteninstrumenten zaubert: Orchestrale, fanfarenartige Klänge, manchmal sanfte Melodien und dann wieder beißende Synthesizer-Soli sind da zu hören. Dazu gibt es Gesang von Jürgen Wieser, der mit dem E-Bass in der Hand die Grooves zu den Stücken legt und Taktarbeit von Klaus Rothenstein. Dabei interpretiert das Trio die bekannten Klassiker der Marke „Lucky Man“, „Fanfare For The Common Man“ oder „Touch And Go“ neu, und agiert dabei kaum weniger virtuos, als die drei originalen ELP-Musiker. Vor allem für Fans des Originals eine schöne Gelegenheit, Klassiker der Rockgeschichte einmal live zu hören, auch wenn in der Werkshalle der Bass im Sound manchmal ein wenig dröhnt. Trotzdem gibt es von den Zuschauern Applaus für diesen gelungenen Auftritt.

Dann braucht es eine kleine Umbaupause, bis die nächste musikalische Zeitreise ansteht. Die Band WithSnakes nimmt das Publikum mit in die Welt von Hardrock und Hair-Metal. Bei der Formation aus Duisburg stehen Stücke der Band Whitesnake auf dem Programm. Schon als die Formation, angeführt von Sänger und Gitarrist Damir Sabolovic, die Bühne entert und die ersten Gitarrenriffs durch den Raum tönen, recken einige Zuschauer die Fäuste gen Himmel. Hier ist Rockmusik pur angesagt. Gerade die Gitarristen Uli Fenyk und Damir Sabolovic, die ihre Instrumente teilweise zum Singen bringen, sorgen für amtliche Hardrock- und Metalklänge. Das trifft wiederum nicht den Geschmack von allen Gästen, die zuvor noch der Musik von H.E.L.P. gelauscht haben. „Das ist zu laut. Man kann den Sänger kaum hören“, kommentiert eine Zuschauerin und macht sich auf den Weg Richtung Ausgang.

Zahlreiche Besucher verfolgten die Tribute-Show in der Werkshalle. Foto: Foto: Johann Ridder / FUNKE Foto Services/FotoS:

Dafür rocken andere im Zuschauerraum gerne mit und feiern den Ausflug in die etwas härteren Gangarten der Musik. Auch WithSnakes bekommen, wie zuvor schon H.E.L.P., viel Applaus für ihre Interpretationen von Stücken aus der Geschichte der Rockmusik.

(fla)