Dinslaken: Die letzte Kollision im Ledigenheim

Dinslaken: Die letzte Kollision im Ledigenheim

Die zehnte Ausgabe der beliebten Reihe mit Butterfahrt 5 in Lohberg wird auch erst einmal die letzte sein. Mit Burghofbühne und Mandolinenverein "Harmonie" verabschiedet sich die Band.

Die schlechte Nachricht für die Zuschauer hatte sich Philipp Stempel, der Sänger von Butterfahrt 5, für seine letzte Ansage aufgehoben. "Das war die letzte Kollision hier im Ledigenheim", sagt er. Nach zehn Ausgaben des Veranstaltungsformats will das Quintett nun erst einmal etwas Neues machen. Als nächster großer Termin steht aber doch wieder ein Auftritt im Ledigenheim an: Denn hier will die Band im kommenden Jahr das 20-jährige Bestehen feiern: Kollision mit sich selbst.

Vor dieser Nachricht gibt es aber, wie man es von Butterfahrt 5 gewohnt ist: genial gespielte, aber eben auch stark verfremdete Klassiker der Musikgeschichte. Dem bekannten "Don't worry, be happy" geben die fünf Musiker einen südamerikanischen Anstrich, während Philipp Stempel den Text auf Spanisch singt und irgendwie noch ein "Vamos a la playa" einflechten kann. "Stayin' Alive" von den Bee Gees wird zur Hard-Rock-Nummer mit Rap-Einlage.

Zeit für das erste Gastspiel. Vom Landestheater Burghofbühne kommen Intendant Mirko Schombert, Dramaturgin Nadja Blank und Theaterpädagogin Anna Scherer auf die Bühne und lesen aus "Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling. Schombert schlüpft, mit einem schwarzen Hut auf dem Kopf, in die Rolle des Kleinkünstlers, der mit einem sprechenden Känguru (Nadja Blank mit Fellmütze) Freundschaft schließt. "Lieber fünf Mal nachgefragt, als einmal nachgedacht", fasst der Kleinkünstler sein Lebensmotto zusammen. Das Känguru hingegen pöbelt gerne und ist latent gewaltbereit - auch bei Behördengängen oder beim Besuch des Psychotherapeuten. Hier schlüpft Anna Scherer in verschiedene Rollen.

Der Mandolinenverein "Harmonie" begeisterte das Publikum erst einmal mit einigen klassischen Stücken, schwenkte dann aber auch ein bisschen auf die Linie der Butterfahrer ein. Nach der vom Mandolinenorchester gespielten Titelmelodie der Muppet-Show steuerte Butterfahrt-5-Schlagzeuger Volker Naves als Muppet-Figur "Animal" ein Schlagzeugsolo bei.

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Die Band lieferte auch für den Auftritt des Burghofbühnen-Trios einige musikalische Begleittöne. Am Ende sang Mirko Schombert mit der Band. "Sch...verein!", tönte es von der Bühne durch den Saal und die Zuschauer sangen die rockige Nummer gerne mit. Überhaupt bringen die Akteure auf der Bühne die Zuschauer zum Lachen, Mitklatschen und Mitsingen. Die Stimmung im Saal des Lohberger Ledigenheims ist fröhlich und gelöst, während sich die Gäste über die musikalischen Kapriolen der "Buttis" oder die lustigen Texte der "Känguru-Chroniken" amüsieren.

Am Ende wird es dann allerdings doch noch ein wenig besinnlich. Die Mitglieder des Mandolinenvereins "Harmonie" stimmen das Lied "What a wonderful world" an. Philipp Stempel beginnt mit dem Text und dann stimmen auch die anderen Mitglieder von Butterfahrt 5 in den Song mit ein. Tosender Applaus vom Publikum, das lautstark nach einer Zugabe verlangt. Die gibt es natürlich.

"Wir jammen jetzt einfach zusammen", sagt Philipp Stempel in Richtung des Mandolinenvereins. Dann stimmt die Band aber doch alleine ihre ganz eigene Version von "Purple Rain" an. Noch einmal singen die Zuschauer mit, bevor die letzte Kollision endet.

(RP)
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