Dinslaken: Die Lauten, die Schönen und die Schnellen

Dinslaken : Die Lauten, die Schönen und die Schnellen

Etwa 1000 Porsche kamen am 1. Mai zur größten europäischen Zusammenkunft auf die Trabrennbahn.

Motorbrummen liegt in der Luft, und wo sonst die Traber ihre Runden drehen, rollten am 1. Mai wieder zahlreiche Porschefahrzeuge beim 17. Internationalen Club-Day der Porschefreunde über das Geläuf der Trabrennbahn. Etwa 300.000 PS - ungefähr 1000 Autos - hatten sich in Dinslaken versammelt, schätzte Ingo Rübener, Organisator des Treffens, das sich im Laufe der Zeit zum größten Porschetreffen Europas entwickelt hat.

Auch diesmal waren wieder Gäste aus ganz Deutschland, England, den Niederlanden und Skandinavien angereist. "Für viele Porsche-fahrer beginnt heute die Saison", weiß Ingo Rübener und ist mit der Resonanz zufrieden, auch wenn in diesem Jahr aufgrund des Wetters nicht so viele Teilnehmer den Weg zur Trabrennbahn gefunden hatten wie sonst. Die Besucherströme kamen hingegen trotzdem. "Für die Leute ist das Kult, darauf sind wir stolz. Toll, dass die Dinslakener so mitziehen, die sind genauso porschejeck wie wir", freut sich Rübener.

Das spürt man nicht nur an der familiären Atmosphäre, die auf dem ganzen Gelände herrscht, sondern auch an der Menschentraube, die sich um Volker Küster versammelt hat. Beim "Battle of Sound" hat er gerade einen orangefarbenen Carrera targa, Baujahr 1978, vor dem Mikrofon. Mit 117,9 Dezibel ist er zwar nicht der lauteste, spiegelt dafür aber den originalen Klang eines Porsches wider. "Der Sound hat Porsche berühmt gemacht", zeigt sich Volker Küster begeistert, "das war fantastisch." Über 50 Autos hatte er an diesem Tag schon vor seinem Mikro, doch dieser Carrera war für ihn eines der Highlights.

Davon gab es auf der Trabrennbahn eine ganze Menge. Für Birgit und Ralf Schmitz waren es ein Porsche 911 in Gold - einer außergewöhnlichen Farbe - und ein blauer 928er in Transaxlebauweise, bei der sich das Getriebe hinten befindet. Fahrzeuge dieser Machart "sieht man nicht mehr so häufig", sagt Ralf Schmitz. Seit einigen Jahren kommen die beiden aus der Nähe von Aachen nach Dinslaken und freuen sich, alte Bekannte wiederzutreffen und sich mit anderen Porschefahrern austauschen zu können. Gemeinsam mit Freunden haben sie es sich auf der Wiese beim Picknick gemütlich gemacht. Es ist das schöne Fahrgefühl, das die beiden an Porsche fasziniert - und nicht nur sie.

Auch Oliver Lipprandt und Sven-Olaf Hitzschke geraten ins Schwärmen, wenn sie davon erzählen. "Es ist ein sehr direktes Fahren", erklärt Hitzschke, mit einem unmittelbaren Gefühl für die Straße, denn "man merkt jedes Schlagloch". Die beiden Porschefans verbinden als Mitglieder der Neuner Group ihre Freude am Fahren mit einem guten Zweck. Unter dem Motto "Drive for miles" sammeln sie Spenden, die krebskranken Kindern zugutekommen. Für Oliver Lipprandt begann die Leidenschaft für Porsche vor fünf Jahren mit einem 911er der Baureihe 993 - Liebe auf den ersten Blick. Das Auto hat er heute noch. "Seine erste Liebe gibt man nicht weg", meint er schmunzelnd.

Die Liebe zu Porsche - vom Trecker über den Oldtimer bis hin zu neueren Modellen - ist es auch, die die Teilnehmer des Treffens verbindet und Organisator Ingo Rübener freute sich über den gelungenen Tag. Mit ein wenig Bauchschmerzen sieht er dem Ende der Trabrennbahn in vier Jahren entgegen und hofft auf Möglichkeiten, das Treffen der Porscheclubs zu erhalten, denn "wir möchten unbedingt in Dinslaken bleiben."

(cor)
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