Die Extraschicht auf Lohberg lässt den Vogel Phönix auferstehen

Lange Nacht der Industriekultur : Extraschicht lässt Phönix auferstehen

Dinslaken beteiligt sich am Samstag, 29. Juni, an der Nacht der Industriekultur. Von 18 Uhr bis 2 Uhr morgens wird den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit mit internationalen Acts und lokalen Künstlern geboten.

Um den sagenumwobenen Vogel Phönix geht es bei der Extraschicht in Dinslaken, die auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg stattfindet. In der griechischen Mythologie stirbt der Phönix am Ende seines Lebens und verbrennt, um aus seiner Asche zu neuem Leben geboren zu werden. „Phönix“ hat Produzent und Regisseur Raoul Schoregge von Art Nations Entertainment seine Show benannt, die bei der Nacht der Industriekultur mit internationalen Artisten am Samstag, 29. Juni, in der Zechenwerkstatt aufgeführt wird. Es geht um Abschied und Hoffnung.

Einiges los sein wird bei der Extraschicht auf Lohberg, die wieder im Schatten des Förderturms stattfinden wird. Die Besucher dürfen sich auf traumhafte Erlebniswelten bei der Phönix-Show freuen. Foto: Sejk

Schoregge fühlt sich mittlerweile in Dinslaken und in Lohberg zu Hause, hat er dort doch schon mehrfach gearbeitet. Seine neue Produktion war für ihn „Spaß und Herausforderung, denn es ist etwas ganz anderes, wenn man sich in einer Industriebrache wiederfindet“, berichtet der Produzent. In seiner Show treten Mitglieder des Chinesischen Nationalcircus’, von Cirque de Soleil, die Luftakrobatin Janine Eggenberger, die Messoudis Brothers, Clown Joanes, das Ensemble Funtastix sowie weitere Zirkusstars auf. Musikalisch untermalt wird die Aufführung von Teufelsgeiger Manni Neumann und seiner Band Farfarello. Der Titel der Show „Phönix“ steht für Raoul Schoregge auch als Metapher für den Veranstaltungsort in Lohberg: „Die Industriekultur hat sich verabschiedet, jetzt entsteht hier eine neue Kultur.“ Die Geschichte von Phönix werde passend zur Location der Zechenwerkstatt als Gesamtkunstwerk erzählt. Das Publikum kann sich nach den Worten von Raoul Schoregge auf eine besondere Mischung freuen.

In der Halle der Zechenwerkstatt wird die Akrobatik-Truppe Otumfuo aus Gahna das Publikum mit Walkacts unterhalten und für afrikanisches Feeling sorgen. Versprochen werden heiße Rhythmen und Akrobatik. Ein Straßenmusikerfestival findet auf dem Platz der Vielfalt statt. Dort wird es zudem eine Streetfood-Meile geben, auf der internationale Spezialitäten gegen den Hunger angeboten werden, wie Jens Kim von der Din-Event sagt.

Zu den lokalen Künstlern, die bei der Extraschicht auf Lohberg mit von der Partie sind, gehört Rainer Höpken. Er bezeichnet Lohberg als seine Heimat und hat den Abriss der früheren Zechengebäude mit der Kamera begleitet und davon viele Bilder aufgenommen. Neben diesen Fotografien vom Rückbau stellt er auch Porträts von Bergleuten aus, die im Fördermaschinenhaus zu sehen sein werden. „Bergbau Legenden“ lautet der Titel seiner Fotoausstellung. Im rechten Gebäudetrakt des Fördermaschinenhauses präsentieren weitere Künstler ihre Arbeiten, dazu gehören Ulrike Int-Veen, Doris Kook und Judith Anna Schmidt. Auch hier wird das Phönix-Thema aufgegriffen. Präsentiert wird eine interdisziplinäre Rauminstallation. Diese begreift die „stillgelegte Halle, die ihre ursprüngliche Bestimmung als Bestandteil einer schweren, lauten und staubig-schwarzen Arbeitswelt verloren hat, als die Asche, als Inspiration für eine aufsteigende erneuerte Welt, wenn auch nur für eine Nacht ...“. Illuminiert wird die Installation durch den Lichtkünstler Ulli Meier.

Teufelsgeiger Manni Neumann tritt mit der Band Farfarello auf. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Damit die Besucher den Stadtteil Lohberg und das Zechengelände näher kennenlernen können, werden Führungen angeboten, in denen es auch um die ethnische Vielfalt des Ortsteils und das Miteinander der Kulturen zu Zeiten des Bergbaus geht. Der Lohberger Kraftwerk-Verein setzt als Gästeführer einen Eisbären ein, der über den CO2-neutralen Energiestandort informiert.

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