Neu In Der Stadtbibliothek: "Deutsch meschugge" - eine beklemmende Realsatire

Neu In Der Stadtbibliothek : "Deutsch meschugge" - eine beklemmende Realsatire

Rafael Seligmann, 1947 in Israel geboren und im Alter von zehn Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland zurückgekehrt, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutsch-jüdischen Gegenwartsromans. Sein jüngster Roman "Deutsch meschugge" ist in vieler Hinsicht singulär: ein düsterer Politthriller und ein Schlüsselroman in einem, eine beklemmende Realsatire auf den deutschen Politik-Betrieb und eine abgründige Parabel über das Verhältnis von Macht und Moral. Bei den Bundestagswahlen am 15. September 2019 verliert die "ewige Kanzlerin" ihren Koalitionspartner und die Rechts-Populisten schmieden unter ihrem neuen Vorsitzenden Paul Levite eine Koalition mit der Linken, Levite wird Bundeskanzler. Der politische Newcomer jüdischer Herkunft, im bürgerlichen Leben gescheitert, entwickelt sich zum geschmeidigen Technokraten der politischen Macht, dem ein erneuter Koalitionswechsel unter seiner Kanzlerschaft gelingt. Medienattacken und eine außenpolitische Krise treiben Levite in die Enge und eine taktische Fehleinschätzung kosten ihn sein Amt. Auch wenn Seligmanns politische Zukunftsvision immer wieder ins Klischeehafte gerät, so ist seine satirische Überzeichnung des Berliner Politikbetriebes doch immer wieder auch bestürzend nahe an der Wirklichkeit. Man spürt beim Lesen: Hier schreibt einer aus profunder Kenntnis des Berliner Politikbetriebes. Seligmann ist als Politologe und Journalist ein Kenner der politischen Arena in unserem Lande. Doch Seligmanns Darstellung politischer Machtkämpfe und Intrigen ist nicht nur beste Realsatire, sondern darüber hinaus auch noch durchgängig spannend zu lesen. Ein polemischer Kommentar über den nachzudenken sich lohnt. Ronald Schneider

Rafael Seligmann, 1947 in Israel geboren und im Alter von zehn Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland zurückgekehrt, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutsch-jüdischen Gegenwartsromans. Sein jüngster Roman "Deutsch meschugge" ist in vieler Hinsicht singulär: ein düsterer Politthriller und ein Schlüsselroman in einem, eine beklemmende Realsatire auf den deutschen Politik-Betrieb und eine abgründige Parabel über das Verhältnis von Macht und Moral. Bei den Bundestagswahlen am 15. September 2019 verliert die "ewige Kanzlerin" ihren Koalitionspartner und die Rechts-Populisten schmieden unter ihrem neuen Vorsitzenden Paul Levite eine Koalition mit der Linken, Levite wird Bundeskanzler. Der politische Newcomer jüdischer Herkunft, im bürgerlichen Leben gescheitert, entwickelt sich zum geschmeidigen Technokraten der politischen Macht, dem ein erneuter Koalitionswechsel unter seiner Kanzlerschaft gelingt. Medienattacken und eine außenpolitische Krise treiben Levite in die Enge und eine taktische Fehleinschätzung kosten ihn sein Amt. Auch wenn Seligmanns politische Zukunftsvision immer wieder ins Klischeehafte gerät, so ist seine satirische Überzeichnung des Berliner Politikbetriebes doch immer wieder auch bestürzend nahe an der Wirklichkeit. Man spürt beim Lesen: Hier schreibt einer aus profunder Kenntnis des Berliner Politikbetriebes. Seligmann ist als Politologe und Journalist ein Kenner der politischen Arena in unserem Lande. Doch Seligmanns Darstellung politischer Machtkämpfe und Intrigen ist nicht nur beste Realsatire, sondern darüber hinaus auch noch durchgängig spannend zu lesen. Ein polemischer Kommentar über den nachzudenken sich lohnt. Ronald Schneider

Seligmann, Rafael: "Deutsch meschugge"; Transit , Berlin: 2017.

(RP)