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Dinslaken: Der Wechsel-Wahlkreis

Dinslaken : Der Wechsel-Wahlkreis

Der Norden des Kreises Wesel bildet den Wahlkreis 113 Wesel I. Spannung ist garantiert: Klassische SPD-Städte findet man ebenso wie CDU-Hochburgen. Lange war Wesel I Stammland der Sozialdemokraten.

Ein Kreis, aber drei Wahlkreise: Während der größte Teil der Städte und Gemeinden im Kreis Wesel zum Wahlkreis Wesel I gehört, gibt es zwei Ausnahmen: Im Südwesten sind Moers und Neukirchen-Vluyn dem Krefelder Wahlkreis zugeschlagen. Dinslaken wiederum bildet einen Wahlkreis mit Oberhausen. Im nördlichen Wahlkreis Wesel I mit insgesamt rund 207 350 Wahlberechtigten gibt es eine sehr heterogene kommunale Struktur: Klassische SPD-Städte wie Voerde und Kamp-Lintfort findet man hier ebenso wie die CDU-Hochburgen Xanten und Sonsbeck.

Die Situation ist paradox: Viele Jahre hatte die SPD - teilweise in anderem Wahlkreiszuschnitt - ein Abo auf Wesel I. Die SPD-Abgeordneten Uwe Jens und Hans-Ulrich Krüger holten diesen Wahlkreis mit großer Regelmäßigkeit. Den Christdemokraten blieb nur der Platz auf dem Treppchen. Mit dem Überraschungssieg der früheren Dinslakener Bürgermeisterin Sabine Weiss gelang der CDU dann 2009 ein echter Coup. Bei den Wahlen 2013 baute Weiss den Vorsprung sogar noch aus, kam auf 43,5 Prozent der Stimmen.

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Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag ist über die Liste ihrer Partei abgesichert, darf also mit der Gewissheit antreten, erneut den Einzug ins Parlament zu schaffen. Sabine Weiss hat aber den Ehrgeiz, den Wahlkreis direkt zu holen. Ihr SPD-Herausforderer stammt aus Kamp-Lintfort: Jürgen Preuss sitzt im Kreistag und im Rat der einstigen Zechenstadt, hat als Herausforderer in den östlichen Kommunen des Wahlkreises wie Hünxe und Schermbeck kaum einen Namen. Viel Zeit muss Preuß als Kandidatennachfolger von Hans-Ulrich Krüger nun darauf verwenden, sein Gesicht auch im östlichen Wahlkreis bekannt zu machen.

Die Parteienresultate: Obwohl Wesel I lange rot gefärbt war: Ein erneuter Wechsel scheint unwahrscheinlich. Bei der Wahl 2013 holte die CDU 39,3 Prozent der Zweitstimmen -starke 6,2 Prozentpunkte mehr als 2009. Die SPD mit dem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier kam im Wahlkreis Wesel I auf 34,9 Prozent. Sie legte gegenüber den Wahlen im Jahr 2009 um 2,8 Prozent zu. Grüne (6,4) und Linke (6 Prozent) kamen über die Fünf-Prozent-Marke, der FDP wiederum gelang dies in Wesel nicht. Mit Spannung wird also zu beobachten sein, wie sich in Wesel I die FDP schlägt. Zugpferd soll hier Bernd Reuther als FDP-Kandidat sein. Reuther ist in Wesel eine starke liberale Stimme im Rat. Mit Listenplatz elf hat er je nach Abschneiden der Liberalen auf Bundes- und Landesebene Chancen auf den Einzug in das Parlament. Die Grünen schnitten in Wesel bei den 2013er-Wahlen schon schwächer ab als im Bundestrend: 6,4 Prozent erreichte man hier. Der Voerder Stefan Meiners ist Direktkandidat der Grünen, für die Linke tritt der Dinslakener Ratsherr Gerd Baßfeld an. Mit Spannung wird außerdem zu beobachten sein, welche Rolle die AfD spielen kann. Kandidat Renatus Rieger, promovierter Historiker, macht sich politisch rar. Dieses Vorgehen der AfD ist von der jüngsten Landtagswahl bekannt. Schon dort spielte der lokale Kandidat keine Rolle.

Renatus Rieger wiederum wollte im Landtagswahlkampf 2013 für die AfD in Moers/Neukirchen-Vluyn antreten. Wegen eines fehlenden Formulars - seine Partei hatte es laut Landeswahlleiter zu spät eingereicht - wurde Rieger nicht zugelassen. Jetzt versucht es Rieger eben in Wesel I.

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(RP)