1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Dinslaken: Der Herd als Kontaktbörse

Dinslaken : Der Herd als Kontaktbörse

"Dinslaken kocht" soll Flüchtlingen helfen, Kontakte zu knüpfen.

Das Buffet ist schon angerichtet, als sich die Gäste im Saal des ND-Jugendzentrums versammeln. Ein buntes Potpourri aus Speisen aus ganz verschiedenen Ländern. Türkische Linsensuppe, gebratene Ente, syrisches Dessert, Endiviensalat und Kokosbällchen. "Wir haben hier heute ein wirklich internationales Buffet", sagt Kira Grafen, eine der vier Initiatorinnen der Aktion "Dinslaken kocht".

Seit vier Jahren kommen im Mai und November Menschen zusammen, um gemeinsam Gerichte vorzubereiten. Die Idee dahinter ist einfach: Menschen, die neu in die Stadt kommen, soll es durch das gemeinsame Kochen einfacher gemacht werden, Einheimische kennenzulernen. Für viele neue Dinslakener gestaltet sich das sehr schwer.

Bisher kamen mehrere der Kochpaare zusammen, erstellten ein Menü und dann ging man für jeden Gang von Haus zu Haus. "Früher hatten wir Teilnehmer aus Thailand, Frankreich oder Südafrika", erklärt Kira Grafen. "Das war sehr abwechslungsreich." Jetzt sind es vor allem syrische Flüchtlinge, die bei der Aktion mitmachen. Die Folge: Die Geschichten, die es bei den Essen zu hören gab, ähnelten sich. Es sind Geschichten von Flucht in Richtung Deutschland. "Wir wollten daher mal etwas neues Ausprobieren, um es für es für alle Beteiligten interessant zu gestalten", erklärt Kira Grafen. Daher nun das gemeinsame Essen im ND-Jugendzentrum. Dahinter steht aber noch ein weiterer Gedanke: Man bezieht die Familien mit ein und möchte erreichen, dass die Teilnehmer andere Menschen kennenlernen.

Das gemeinsame Kochen ist dabei Anlass zur Kommunikation. "Es gibt kaum einen Weg, schneller ins Gespräch zu kommen", weiß Grafen. Denn die Köche müssten sich verständigen, wenn sie ein Gericht zubereiten möchten. Bei den Kindern spielt die Nationalität ohnehin keine Rolle. Die spielen nach einigen Minuten zusammen, egal, wer welche Sprache spricht. "Daran können wir uns alle ein Beispiel nehmen", sagt Kira Grafen.

(fla)