Der Barmingholtener Männerchor ist der älteste weltliche Chor in Dinslaken

Konzert im Barbarahaus : Liederkranz feiert 130 Jahre Chormusik

Der Barmingholtener Männerchor ist der älteste weltliche Chor in Dinslaken. Im Haus Barbara sang er Lieder aus dem 18. Jahrhundert ebenso wie Hits von Abba und Herbert Grönemeyer.

Seit 130 Jahren gibt es den MGV Liederkranz Barmingholten 1889, seit 130 Jahren singt er Chormusik. Dass diese aber keineswegs deshalb ähnlich alt sein muss, bewiesen die Sänger nun bei ihrem Konzert zum runden Geburtstag: Sie boten dem Publikum populäre Melodien von Klassik bis Pop. Chorleiter Stefan Büscherfeld hatte dazu für den Männerchor aus dem Dinslakener Süden eine variantenreiche Programmauswahl getroffen, die eine große Bandbreite früherer und aktueller Chorliteratur wiedergab.

Ungewöhnlich für das qualitätsvolle Konzert war der Veranstaltungsort. Da die Kathrin-Türks-Halle wegen der Sanierung nicht zur Verfügung steht, aber ein großer Saal gebraucht wurde, entschied man sich für den Festsaal im Haus Barbara an der Oststraße 100. Für die Barmingholtener war es das erste Mal, dass sie ihre Besucher an diesem Ort zu einem Konzert einluden. Der Vorsitzende Reinhard Hüsken hatte in seiner Begrüßungsansprache unter anderem auf diese Umstände und die Örtlichkeiten Bezug genommen.

Die Liedauswahl, die die 28 Sänger ihrem Publikum boten, war beeindruckend. Der erste Block mit klassischer Chorliteratur zeigte vom Eröffnungsstück „Festgesang“ an und weiter mit „Nur ihm die Ehre“, „Schifferlied“ und „Caro mio ben“, dass es die Sänger verstehen, gute a-cappella-Chorsätze stimmungsvoll zu interpretieren.

Ungewöhnlich war übrigens auch der musikalische Partner bei diesem Konzert. Das achtköpfige Ensemble „Blechspielzeuch“ stellte mit seinem Sound den gewollt starken Kontrast zu den Sängern dar. Deren musikalischer Leiter Markus Felden und seine Instrumentalisten hatten ebenfalls variantenreiche Literatur im Programm. Das „Lascia ch’io pianga“ aus der Oper „Rinaldo“ und das nachfolgende „I dreamed a dream“ gehörten zu den gefühlvollen Vorträgen mit weicher Interpretation. „Fly me to moon“ und „Come fly with me“ erforderten dagegen mehr Nachdruck und wurden genauso gekonnt vertont. Die Welthits, die die Gruppe im zweiten Konzertteil im Programm hatte, animierte die Zuhörer zum Mitsummen. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, der Filmhit aus dem Dschungelbuch und „Caribbean Variation on a tune“ gehörten wie auch „What a wonderful world“ und der ABBA-Titel ‚ „Thank you for the music“ zu den Melodien, die die Zuhörer im fast voll besetzten Saal faszinierten. Und die Sänger überraschten ihr Publikum mit einer modernen Literatur, an die sich bisher erst wenige Chöre heranwagten. „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer, „Circle of Life“ von Elton John und „Nur in meinem Kopf“ von Andreas Bourani sind in dieser Kategorie zu nennen. Bei letzterem konnte sich Dieter Fritsche als Solist auszeichnen. Doch den meisten Applaus spendete das Publikum bei den gemeinsam vorgetragenen Stücken. Das temperamentvolle „Dschinghis Khan“ wurde mit dem erforderlichen Elan ausgeführt. Und als Highlight gab es das von den Black Fööss bekannt gemachte „Highland Cathedral“ mit einem von Stefan Büscherfeld veränderten Text auf „Du bist der Chor“.

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