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Der Bahnhofskiosk Voerde ist geschlossen

Transdev übernimmt Ticketverkauf : Das Ende des Voerder Bahnhofskiosks

Mehr als 30 Jahre haben die Krämers am Haltepunkt Voerde die Verkaufsstelle für Tickets und Snacks betrieben. Wegen des geplanten Streckenausbaus erhielten sie von der Bahn die Kündigung.

Der geplante dreigleisige Ausbau der Bahnstrecke Oberhausen-Emmerich hat am Bahnhof in Voerde mittlerweile eine erste Auswirkung: Der Kiosk vom Reisebüro Krämer ist geschlossen. Wo früher Bahnreisende noch Tickets kaufen oder sich Snacks für die Fahrt mitnehmen konnten, ist jetzt ein Leerstand. „Wir haben von der Bahn schon vor einem Jahr die Kündigung zum 30. November bekommen“, erklärt Wolfgang Krämer, der frühere Betreiber des Kiosks. 33 Jahre lang hat seine Familie die Verkaufsstelle am Voerder Bahnhof betrieben. Für Wolfgang Krämer ist dies das Ende einer Ära – zumal er das Angebot am Voerder Bahnhof gerne weiter aufrechterhalten hätte.

„Der Kiosk war ganz gut angenommen und wir hatten immer sehr viele Kunden, die ihn genutzt haben“, erklärt Wolfgang Krämer und fügt hinzu: „Wir versuchen natürlich jetzt, die Kunden nach Friedrichsfeld zu bekommen“, erklärt er. Dort betreibt er, ebenfalls am Bahnhof, ein Reisebüro, wo die Kunden weiter Fahrkarten der Deutschen Bahn erhalten, allerdings keine für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Vor einigen Tagen hat das Unternehmen Transdev den Ticket-Vertrieb im Bereich des VRR übernommen. Bisher sei für Friedrichsfeld keine personenbediente Verkaufsstelle geplant. „Aber ich würde den Kunden natürlich lieber ein Ticket verkaufen können, als ihnen zu sagen, dass es bei uns keine gibt“, erklärt Wolfgang Krämer.

In Voerde-Mitte befindet sich seit Montag in der Innenstadt ein neuer Anlaufpunkt: Die Buchhandlung „Lesezeit!“ an der Bahnhofstraße bietet den Verkauf von Fahrkarten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an.

Dass der Kiosk am Voerder Bahnhof schon geräumt werden musste, bevor überhaupt Baurecht besteht, liegt daran, dass die Bahn das Gelände für das Vorbereiten der Baumaßnahmen an der Stecke braucht. „Wir haben schon mit Vegetationsarbeiten begonnen“, erklärt Kirsten Verbeek, Sprecherin der Deutschen Bahn für Nordrhein-Westfalen.

Bis Februar werden in dem Bereich bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt und im März mit Arbeiten zur Vorbereitung von Tiefbau-Maßnahmen begonnen. „Daher war es nötig, das Ladenlokal schon jetzt leerzuräumen“, erklärt Verbeek.

Momentan rechnet man bei der Deutschen Bahn damit, im kommenden Jahr das Baurecht für den Teilabschnitt der Strecke Emmerich-Oberhausen zu bekommen, an dem auch der Voerder Bahnhof liegt. Wann genau dieser dann umgestaltet wird, stehe noch nicht fest.

„Sobald das Baurecht da ist, müssen die Arbeiten an der Stecke geplant und durchgetaktet werden“, erklärt Kirsten Verbeek, zumal in dem Abschnitt auch einige Bahnquerungen zu berücksichtigen sind. „Wir werden die Dinge dann aber mit Hochdruck vorantreiben“, erklärt die Bahnsprecherin. Die Zugreisenden in Voerde können sich also darauf einstellen, dass am Bahnhof in nicht all zu ferner Zukunft einige Veränderungen anstehen.