Dinslaken: Deponie: Entscheidung im Sommer

Dinslaken: Deponie: Entscheidung im Sommer

Thyssen Krupp Steel hat 2012 beantragt, die Werksdeponie Wehofen-Nord um einen dritten Bauabschnitt erweitern zu dürfen. Die Prüfung des Antrags auf Planfeststellung durch die Bezirksregierung Düsseldorf ist weit fortgeschritten.

Sechs Jahre ist es inzwischen her, dass der Stahlkonzern Thyssen Krupp den Antrag auf Erweiterung der Deponie Wehofen-Nord um einen dritten Bauabschnitt gestellt hat. Zuständige Genehmigungsbehörde ist die Bezirksregierung Düsseldorf. "Die umfangreiche Prüfung des Antrags auf Planfeststellung ist weit fortgeschritten. Nach derzeitigem Stand ist mit der Bekanntgabe der Entscheidung in diesem Sommer zu rechnen", so Dagmar Groß, Pressesprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf, auf Anfrage der Rheinischen Post.

Am 29. Juni 2012 reichte Thyssen Krupp den Planfeststellungsantrag für sein Erweiterungsvorhaben bei der Düsseldorfer Behörde ein. Die Antragsunterlagen bestanden aus zehn Aktenordnern mit etwa 1500 Blatt Papier. Beantragt wurde, auf den dritten Bauabschnitt der Halde an der Dinslakener Stadtgrenze zu Duisburg Schlacken, Steine, Bauschutt, Bodenaushub und Straßenkehricht abzulagern. "Die Abfälle entstehen im nur sechs Kilometer Luftlinie entfernten integrierten Hüttenwerk des Unternehmens im Duisburger Norden", infomierte Thyssen Krupp damals in einer Pressemitteilung. Pro Jahr sollten bis zu 800.000 Tonnen Material abgelagert werden. Die Laufzeit sollte etwa 20 Jahre betragen, wie es damals hieß.

Die Deponie Wehofen-Nord ist Teil des Deponie- und Haldenstandorts Wehofen, der bereits seit 1935 betrieben wird und als Ablagerungsstätte für nicht gefährliche Abfälle der Deponieklasse 1 dient. Die Deponie Wehofen-Nord ist seit 1980 genehmigt.

Bereits einige Jahre im Vorfeld der Antragstellung hatte Thyssen Krupp seine Erweiterungspläne kommuniziert und schon 2007 den Dialog mit Interessierten gesucht. Schon damals gab es heftige Kritik aus der Bevölkerung und auch von der Politik. Im Mai 2012 nahm das Unternehmen an "Runden Tisch"-Veranstaltungen teil, in denen es um den geplanten dritten Bauabschnitt ging. Die Erörterung zu den Erweiterungsplänen fand im Jahr 2015 in der Walsumer Stadthalle statt. Damals gingen über 50 Anträge von Einwendern bei der Bezirksregierung ein. Antragsteller waren unter anderem die Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND und die Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG). Die Anträge und Erkenntnisse aus der Erörterung führen dazu, dass die Genehmigungsbehörde Überarbeitungs- oder Ergänzungsbedarf bei eingereichten Gutachten sah. Im vergangenen Jahr wurden von Thyssen Krupp neu eingereichte Unterlagen öffentlich ausgelegt. Erneut konnten Bedenken angemeldet werden werden.

(hsd)