Demonstration in Dinslaken gegen Veranstaltung der AfD

Demonstration in Dinslaken: Hunderte gegen Hass und Hetze

Während im Gewerbehaus an der Thyssenstraße in Dinslaken die AfD eine Veranstaltung durchführte, demonstrierten auf der Straße Frauen und Männer sowie Jugendliche für eine freie und offene Gesellschaft.

Die Polizei war präsent. Ihre Einsatzfahrzeuge standen an etlichen Stellen im Bereich um das Gewerbehaus an der Thyssenstraße, dorthin hatte die AfD zu einem Bürgerdialog eingeladen. Hinter einer Absperrung, etliche Meter vom AfD-Veranstaltungsort entfernt, hatten sich gestern Abend hunderte Bürger eingefunden: Männer und Frauen jeden Alter sowie Jugendliche. Sie alle waren dem Aufruf des Dinslakener Bündnisses gegen Rechts gefolgt, Flagge zu zeigen gegen Hass und Hetze, gegen Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

Zum Warmmachen gab es für die rund 600 Teilnehmer, so die Schätzung von Pino Juliano vom Bündnis, einige musikalische Beiträge, die alles andere als seicht oder gar unpolitisch waren. Michaela Eislöffel, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreisverband Wesel, kündigte für das Bündnis an, das man künftig bei jeder Veranstaltung, die die AfD in Dinslaken durchführe, zur Stelle sein und demonstrieren werde, „um zu zeigen, dass wir die AfD hier nicht haben wollen“. An die Anwesenden richtete sie den Appell, sich den Parolen der AfD entgegenzustellen, ihren Anhängern nicht das Feld zu überlassen. Pino Juliano bezeichnete die AfD als rechtsextremistische Partei, die in Dinslaken das Rathaus für sich erobern wolle. „Doch wir werden das nicht zulassen und Widerstand leisten“, sagte der Mitbegründer des Dinslakener Bündnisses gegen Rechts und erntete für seine Worte viel Zustimmung von den Demonstrationsteilnehmern. Auch Eyüp Yildiz, stellvertretender Bürgermeister von Dinslaken, gehörte zu den Rednern, die zu den Demonstranten sprachen. Er lehnte es ab, sich in irgendeine Schublade stecken zu lassen, denn: „Ich bin ein Mensch“, erklärte er . Er wolle alle rekrutieren für die Armee der Liebe, er trete ein für eine freie und offene Gesellschaft, so der stellvertretende Bürgermeister. Faschisten und Pseudodemokraten sagte er den Kampf an. „Die Zukunft liegt in unseren Händen. Kein Mensch sollte Angst vor einer offenen Gesellschaft haben“, erklärte Yildiz.

Dinslakens stellvertretender Bürgermeister Eyüp Yildiz (rechts) sprach zu dem Teilnehmern, die gegen die AfD-Veranstaltung protestierten. Foto: Martin Büttner
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„Was ist los mit diesem Land“, fragte der Dinslakener Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit als Hauptredner des Bündnisses. „Viele Menschen haben Angst, weil sie wieder bedroht werden. Das ist eine Schande.“ Er appellierte an alle, sich schützend vor den Schwächeren zu stellen und für die Demokratie einzutreten. Die Mitglieder der AfD bezeichnete er als Feinde des Grundgesetzes, denen man sich entschieden entgegenstellen müsse. Dass sie den Willen dazu haben, bewiesen die Teilnehmer der Kundgebung, die in der Kälte ausharrten, um Flagge zu zeigen gegen die AfD.

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