Demonstration gegen Rechts in Dinslaken

Dinslaken: Dinslaken setzt Zeichen gegen Rechts

Schätzungsweise 800 Demonstranten versammelten sich unter dem Motto „Dinslaken stellt sich quer“ auf dem Altmarkt, um mit einer Kundgebung und einem Zug durch die Stadt gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren.

Schon vor dem Beginn der Kundgebung um 18 Uhr haben sich mehrere Hundert Menschen auf dem Altmarkt versammelt. Viele von ihnen haben Spruchbänder dabei, mit denen sie gegen rechte Propaganda demonstrieren oder Kritik üben wollen. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen würden“, sagt Michaela Eislöffel, Vorsitzende des Kreisverbands Wesel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Gewerkschaft hatte gemeinsam mit dem Landestheater Burghofbühne, dem Dinslakener „Bündnis gegen Rechts“ und der Gewerkschaft DGG zu der Aktion aufgerufen. „Natürlich ist Dinslaken nicht rechts. Das sieht man hier“, sagt Michaela Eislöffel. „Aber auch in Dinslaken gibt es Menschen, die rechtsextreme Ansichten vertreten.“ Genau jenen Menschen wolle man zeigen, dass es Regeln gibt, die es zu achten gilt.

Pino Juliano, einer der Gründer des „Bündnis gegen Rechts“, richtet sich in seiner Rede nicht nur gegen Rechtsextremisten, sondern übt auch Kritik an Innenminister Horst Seehofer. „Wenn er sagt, die Migration sei die Mutter aller Probleme, dann tut er so, als habe es vor 2015 keine sozialen Probleme gegeben“, erklärt Juliano und erntet dafür Applaus von den Teilnehmern der Kundgebung. Und auch in Sachen AfD tut Pino Juliano seine Meinung kund: „Die AfD spaltet die Gesellschaft. Und sie ist auch schon hier in Dinslaken. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie auch hier einen Keil in die Gesellschaft treibt“, sagt er.

Der Demonstrationszug mit schätzungsweise 800 Teilnehmern
Der Demonstrationszug mit schätzungsweise 800 Teilnehmern führte durch die Dinslakener Innenstadt. Foto: Florian Langhoff
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Dann setzt sich der Zug der Demonstranten in Bewegung. „Dinslaken stellt sich quer – wir sind viele, wir sind mehr“, gibt Anna Scherer von der Burghofbühne per Megaphon den Ausruf vor, den die Teilnehmer der Demonstration am Anfang des Weges skandieren. „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ und ähnliche Rufe wechseln daraufhin an der Spitze der Demonstration ab. Die zieht sich weit durch die Neustraße. Schätzungsweise 800 Teilnehmer, von jung bis alt, schließen sich beim Marsch durch die Stadt an. „Bürger lasst uns nicht allein, reiht euch in die Demo ein“, klingt es schließlich vorne aus dem Megaphon. Einige Passanten, die auf der Neustraße unterwegs sind, folgen spontan dem Aufruf. Andere blicken eher fragend oder skeptisch auf die Menschenmenge, die durch die Einkaufsstraße in der Dinslakener Innenstadt zieht. „Wogegen wird da demonstriert?“, fragen einige Jugendliche am Rande der Zugstrecke.

Auf dem Altmarkt versammelten sich viele
Auf dem Altmarkt versammelten sich viele Demonstranten mit Plakaten. Foto: Florian Langhoff

Nach dem Weg vom Altmarkt über die Neustraße und Neutorplatz zur Bahnstraße und diese entlang, endet der Umzug vor dem Bahnhof. „Danke, dass ihr alle hier seid, um gegen rechte Hetze zu demonstrieren“, sagt Michaela Eislöffel. Die Organisatoren der Demonstration hatten im Vorfeld mit knapp 100 Teilnehmern gerechnet, zeigen sich überrascht von der Menschenmasse, die sie mit ihrer Idee auf die Straße gebracht haben. Vom Bahnhof aus geht es für viele der Demonstranten in Richtung Tenterhof, wo mehrere Bands beim einem Konzert gegen Rechts auftreten. „Ich hoffe, da ist auch Platz für alle“, sagt Pino Juliano mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.