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Dinslaken: Das Ende einer Kirche

Dinslaken : Das Ende einer Kirche

Jetzt ist es auch von außen deutlich sichtbar. Das endgültige Ende der ehemaligen Christuskirche ist gekommen. Gestern rückte der Abrissbagger an und brach große Löcher in die Fassade des früheren Gotteshauses.

Es ist ein trauriges Bild, das die Dinslakener Christuskirche nun in ihren letzten Tagen bietet. Sie strahlt nichts Besinnliches mehr aus. Klaffende Löcher haben die Bauarbeiter gestern im Zuge der Abrissarbeiten in die Wände gerissen. Löcher, die an Wunden erinnern. Blumenkübel liegen im eingezäunten Bereich im Matsch. Traurig weht noch ein Plakat mit dem Aufruf "Rettet die Orgel" im Wind.

Die Entkernungsarbeiten sind schon vor einiger Zeit abgeschlossen worden. Die Kirche hat kein Innenleben, keine Seele mehr. Von Außen kann man direkt in die leeren Räume schauen. Die Dinslakener Christuskirche ist nur noch eine Ruine. Wie eine Kirche sieht sie nun wirklich nicht mehr aus.

Schutt und Scherben

Wo man auch läuft, überall liegen Scherben, Schutt und Betonbrocken. Aus den Rissen und Löchern im Gebäude ragen Eisenstangen. Die gesamte Szenerie wirkt Grau in Grau. Das schlechte Wetter passt da nur zu gut. Die einzigen Farbtupfer, die dem Gebäude einen letzten Rest Leben geben, sind die kleinen bunten Festerscheiben, durch die das Licht hereinscheint und der gelb gestrichene Eingangsflur. Hat der Flur jedoch früher vielleicht Besucher freundlich empfnagen und einladend gewirkt, so sieht er neben dem knallig gelben Schild, das in schwarzen Lettern verkündet: "Unbefugten ist das Betreten der Baustelle strengstens untersagt", geradezu blass aus. Gestern rückte die Abrissfirma mit den großen Maschinen an, das schwere Gerät für die groben Arbeiten. Die Bauarbeiter rüsteten noch den Bagger um, mit dem dann der Rest des Kirchengebäudes von innen her eingerissen werden soll. "Wir brauchen einen längeren Arm, um mit der Abbruchschere an alles rankommen zu können", sagte Baggerführer Arnd Willems. Lange hinziehen wird sich das Ende der evangelischen Christuskirche jedoch voraussichtlich nicht mehr.

Bauleiter Eckhard Abratzky schätzt: "Wenn alles gut läuft, sind wir zum Ende der nächsten Woche wohl mit dem Abriss fertig. Dann liegt der Bau hoffentlich." Es gehöre zum Beruf. Ein Auftrag wie jeder andere sei es dennoch nicht. "Wenn man mal darüber nachdenkt, dass es eine Kirche ist, ist das schon ein anderes Gefühl", so Abratzky.

Glockenturm

Steht die Strategie zum Abriss des Kirchengebäudes schon fest, so ist bezüglich des Glockenturmes die Vorgehensweise jedoch noch nicht ganz klar.

"Das werden wir in den nächsten Tagen entscheiden. Umstürzen kann man ihn nicht. Das ist bei dem geringen Platz hier zu gefährlich", sagte der Bauleiter. Im allgemeinen gehe während der Abrissarbeiten jedoch keine Gefahr für Passanten und Bewohner aus. "Es ist alles umzäunt, wir arbeiten vorsichtig und passen auf."

(RP)