Hünxe: Danzen und Platt proten

Hünxe: Danzen und Platt proten

Seit 30 Jahren wird in Hünxe bei den Plattdeutschen Abenden die alte Muttersprache gepflegt und das Publikum mit bunten Geschichten unterhalten. Zum Auftakt der Jubiläumssause gab es dreimal Stimmung in Drevenack.

Mit einer großen "30" verziert prangt das Motto der Plattdeutschen Abende neben der Bühne. "Wej danzen flott on proten platt, datt öß doch watt", kann man da lesen. Das hat in Hünxe nach drei Jahrzehnten schon Tradition. Und der Erfolg gibt den Hünxer Plattfreunden recht, schauen sich rund 1500 Besucher pro Jahr die traditionellen Abende an. Kein Wunder, dass Edith Ostermann-Schelleckes, Leiterin der "Spöllkes Hönx", ihren Mitspielern das Publikum in der Gaststätte "Zum Trotzenberg" in Drevenack mit "Das sind alles unsere Fans" vorstellt.

Und als Fans möchte man natürlich etwas geboten bekommen. Das fängt schon bei den Jüngsten an. Die Kinder der Otto-Pankok-Schule in Drevenack glänzen mit einem kurzen "Vördrag" und zaubern dann noch eine Klompendanz-Einlage auf die Bühne. Da stürzen sich die Kinder der Karl-Vogels-Grundschule lieber in ein Weltraumabenteuer und bringen "Hönx nor en Mars" – Schafe inklusive. Nachwuchssorgen müssen sich die Akteure der Plattdeutschen Abenden in Hünxe also erstmal nicht machen.

Wartezimmer und Windsors

Das ist auch gut so, denn schließlich werden die Beteiligten nicht jünger, wie sich "bej en Doktor" im Wartezimmer zeigt. Nur "Stelten Karl" (Karl Neuköther) sitzt hier nicht, weil er krank ist oder ihm das Alter zu schaffen macht, sondern nur wegen der vielen Zeitschriften und weil es immer was zu "proten" gibt. So viel, dass die Arztpraxis schließt, bevor einer der Wartenden sich losreißen und ins Behandlungszimmer gehen kann. Da schaut sich Stelten Karl lieber das Leben auf der "Dörpstroot" an, wo die Familie von Bürgermeister Hermann Hansen am Sonntag der Kommunalwahl flaniert, wie die Obamas bei der US-Präsidentschaftswahl und freut sich über ein Geschenk von "Windsors Lisbeth". Letzterer macht er dann auch gleich noch ein kleines Liebesgeständnis. Denn als neues Kleidungsstück hat er ein T-Shirt auf dem "I love Lisbeth" geschrieben steht.

Römer in Hünxe

Dann fallen noch die Römer in Hünxe ein. Nach der Eroberung von "Drevenicki" und "Gartropjen" belagern die Legionen von Feldherr Wilhelmus Maximus (Wilhelm Wefelnberg) die Gemeinde. Der lässt sich von seinem Diener Tullus Robustus (Norbert Großhuldermann) mit "Wein, Weib und Gesang" versorgen. Allerdings nur, bis seine Ehefrau (Edith Ostermann-Schelleckes) ihn zur Räson ruft. Das ist es dann auch was "Antike on Moderne" in diesem Theaterstück verbindet.

(RP)