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Coronavrius: Todesfall in Dinslaken, Krankenhäuser geben keine Zahlen heraus

Lage zu Patientenzahlen derzeit unklar : Corona – ein Todesfall in Dinslaken

Ein 85-Jähriger aus Dinslaken und ein 78-jähriger Mann aus Kamp-Lintfort sind am Wochenende gestorben. Wie viele Covid-19-Patienten derzeit in Krankenhäusern sind, und wie es ihnen geht, ist unklar.

Ein 85-jähriger Mann aus Dinslaken, der mit dem Coronavirus infiziert war, ist am Wochenende gestorben. Einen zweiten Toten im Kreis Wesel gab es in Kamp-Lintfort. Dabei handelte es sich um einen 78-jährigen Mann.

Die Kreis-Behörden melden beides als Todesfälle „im Zusammenhang“ mit den Coronavirus-Infektionen. Nähere Umstände waren aber zunächst nicht bekannt. Somit also auch nicht, ob es Vorerkrankungen gab und ob die Erkrankung Covid-19 in diesen beiden Fällen – mit oder ohne Vorerkrankung – als Todesursache gewertet werden muss oder nicht, wie Kreissprecherin Eva Richard erklärte. Beide Patienten seien aber im Krankenhaus gestorben.

Die Krankenhäuser wiederum haben sich unterdessen darauf festgelegt, keine Informationen über die aktuelle Lage bei Covid-19-Erkrankungen herauszugeben. Weder dazu, wie viele Covid-19-Patienten sie derzeit jeweils behandeln, noch dazu, wie viele davon intensivmedizinisch betreut werden müssen, und auch nicht, ob es Infektionen innerhalb der Belegschaft gibt.

Für das Evangelische Klinikum Niederrhein, zu dem Dinslakens evangelisches Krankenhaus gehört, erklärte Sprecherin Gaby Beyer: Man habe sich mit den anderen Kliniken, dem Kreis und den Städten dahingehend „geeinigt“. Es sei ja auch „unerheblich“, so Beyer, „in welchem Krankenhaus wie viele Menschen liegen“. Das katholische St.-Vinzenz-Hospital wiederum erklärt, die Informationspolitik sei von der Trägerin „Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe“ angeordnet. Es gehe dabei um Datenschutz und Schweigepflichten.

Die Kliniken verweisen für weitere Informationen auf den Kreis Wesel. Der allerdings kann dazu gar keine Auskunft geben, wie Sprecherin Eva Richard betont. Ob Patientenzahlen oder Statistik zu schwerwiegenden Verläufen: „Das ist das Hoheitsgebiet der Krankenhäuser“, sagte sie. „Da haben wir keine Handhabe.“ Inwieweit das Gesundheitsamt selbst einen Überblick über die Lage in den Kliniken habe? Dazu hieß es, man stehe „im engen Austausch“ mit den Krankenhäusern: „Alle für den Fachdienst Gesundheitswesen relevanten Informationen liegen vor oder werden falls nötig erfragt.“

Das öffentliche Leben läuft in Dinslaken, Voerde und Hünxe derweil deutlich gedrosselt. Straßen und Plätze sind leer und still. Händler, die noch geöffnet haben, haben meist ihre Vorkehrungen getroffen. Sie haben etwa Abstandsmarkierungen auf dem Boden angebracht oder Regelungen eingeführt, um nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Geschäft zu haben. So wie der Edeka-Markt in Bruckhausen: Dort dürfen seit Montagvormittag nur noch 20 Kunden gleichzeitig hinein. Insgesamt reagierten die Menschen vernünftig, sagt Inhaber Alexander Uttrodt. „Man hat immer den einen oder anderen dazwischen, der meckert“, aber im Großen und Ganzen gehe es freundlich zu. Sein Appell an die Menschen: „Sich solidarisch und zivilisiert zu verhalten, das ist das Allerwichtigste“, sagte er. „Dann gehen wir da auch zusammen durch.“

Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann beschrieb in einer Videobotschaft, dass die meisten Menschen sich an die Einschränkungen hielten. Bei den „engmaschigen Kontrollen“ des Ordnungsdienstes am Wochenende habe es kaum Beanstandungen gegeben. Der Krisenstab des Kreises Wesel appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, sich an die von Bund und Land vorgegeben Kontaktbeschränkungen zu halten. „Nur so können mögliche Infektionsketten unterbrochen und die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden“, betont die Behörde.