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Corona: Herausforderung für das Friedensdorf

Reha-Zentrum nicht gefährdet : Herausforderung fürs Friedensdorf

Corona beeinflusst die Arbeit der Hilfsorganisation und lässt Spenden sinken.

Der Ausbruch des Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die Arbeit des Friedensdorfes und stellt die Hilfseinrichtung vor große Herausforderungen. Bereits jetzt beobachtet das Friedensdorf einen Spendenrückgang aufgrund der Pandemie. „Sollte der Spendenrückgang anhalten, dann kann das existenzgefährdend werden“, sagte Claudia Peppmüller, Pressesprecherin des Friedensdorfes. Eine gewisse Durststrecke können die Einrichtung überbrücken, aber irgendwann werde es dann finanziell eng und gehe ans Eingemachte, da die Ausgaben weiterlaufen würden. Die humanitäre Hilfseinrichtung an der Stadtgrenze zu Oberhausen benötigt im Jahr rund fünf Millionen Euro an Spenden.

Obwohl der Spendenrückgang schon jetzt deutlich ist, stellt die Hilfseinrichtung auch fest, dass das Friedensdorf den Menschen in Dinslaken und Oberhausen am Herzen liegt und diese auch in der gegenwärtigen Krise spenden. Demnächst sollen Briefe verschickt werden, in denen um Spenden für die Einrichtung geworben wird.

Der Bau des neuen Rehabilitationszentrums, das gegenwartig entsteht und in dem künftig auch kleinere chirurgische sowie orthopädische Eingriffe durchgeführt werden können, ist nach den Worten von Claudia Peppmüller nicht gefährdert. Die dafür nötigen Gelder seien bereits zurückgelegt worden. „Für das Friedensdorf ist es elementar wichtig, dass der Bau fertiggestellt wird“, sagte Peppmüller. Können operative Eingriffe im Friedensdorf durchgeführt werden, entlastet das die Krankenhäuser etwas, die mit der humanitären Hilfseinrichtung kooperieren.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass das Friedensdorf bereits aufgrund verschärfter Einreisebedingungen Reisen nach Usbekistan und Kirgistan abgesagt hat. Dort sollten Kinder für eine medizinische Behandlung in Deutschland ausgesucht werden. Zudem steht nun auch fest, dass der für Mai geplante Hilfseinsatz in Angola nicht stattfinden wird. „Der ist definitiv gestrichen“, wie Claudia Peppmüller sagte. Ein drängendes Problem für die Hilfseinrichtung ist, dass die Krankenhäuser jetzt die Freibetten, die sie sonst für die Schützlinge des Friedensdorfes kostenfrei zu Verfügung stellen, aufgrund der Corona-Krise streichen.

Um ein Infektionsrisiko zu minimieren, lässt das Friedensdorf inzwischen keine Besucher mehr in der Oberhausener Heim- und Pflegeeinrichtung zu. Die Mitarbeiter der Zentralstelle, die sich auf Dinslakener Gebiet befindet, gehen nicht ins Friedensdorf, das auf Oberhausener Stadtgebiet liegt, wie Claudia Peppmüller sagte. Den Ehrenamtlichen, die im Dorf tätig sind, wurde geraten, lieber zu Hause zu bleiben. Etliche von ihnen hätten angeboten, sofort ins Friedensdorf zu kommen, wenn dort Not am Mann sei.

Die Schützlinge der Hilfseinrichtung erleben nach Einschätzung von Claudia Peppmüller momentan eine spannende Zeit. „Sie empfinden es als ein Abenteuer. Sie sind wie immer, lebensfroh und helfen untereinander, alle packen mit an.“ Die Friedensdorf-Mitarbeiterin führt dies Verhalten der jungen Schützlinge der Hilfseinrichtung darauf zurück, dass sie aus Ländern kommen, in denen Krisen nichts Ungewöhnliches sind. „Sie kriegen daher nicht so schnell Angst“, so Claudia Peppmüller.

Bei den Kindern setzt das Friedensdorf verstärkt auf Hygieneerziehung. Die Jungen und Mäddchen lernen, wie wichtig richtiges Händewaschen sowie Desinfizieren ist und dass so Infektionskrankheiten vorgebeugt werden kann.