Comenius-Gesamtschule in Voerde wird saniert

Rückbau bis auf den Rohbau : Comenius-Schule geht’s an die Substanz

Thermische und technische Sanierung des Traktes erfolgt bei laufendem Schulbetrieb. Schadstoffbeseitigung soll Ende Januar beendet sein.

Dem Altbau der Comenius-Gesamtschule geht es im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz: Im Zuge der vor einigen Wochen gestarteten Sanierung wird der riesige Trakt an der Allee bis auf die statische Rohbaukonstruktion zurückgebaut. Auch die Klinkerfassade wird entfernt. Aktuell befinden sich die Arbeiten, die aufgrund von Betriebsferien der beiden involvierten Firmen gerade ruhen, im Stadium der Schadstoffbeseitigung, wie Alexandra Bednarczyk vom Fachdienst Gebäudemanagement der Stadt erklärt. Bei der Errichtung des Gebäudes in den 70-er Jahren seien Künstliche Mineralfasern (KMF) und asbestfaserhaltige Zementplatten verwendet worden.

Die Schadstoffe seien verkapselt verbaut, es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung gegeben, sagt der Erste und Technische Beigeordnete Wilfried Limke. Auch wurden Alexandra Bednarczyk zufolge in Teilbereichen unter dem Estrich PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) ausgemacht.

Alle Schadstoffe werden im Laufe der Gebäudeentkernung beseitigt und entsorgt. Erst wenn die Schadstoffsanierer ihre Arbeit abgeschlossen haben – laut Bednarczyk soll dies Mitte/Ende Januar der Fall sein – geht es mit dem nächsten Schritt weiter. Dann stehen die Abbrucharbeiten auf dem Plan. Es folgen Maßnahmen, die die Haustechnik und die äußere Gebäudehülle betreffen. Die Submission (Vergabe) für die ausgeschriebenen Bereiche Heizung, Sanitär, Elektro, Lüftung, Brandmeldeanlage, LED-Beleuchtung ist für Februar geplant. „Es wird sukzessive nach Baufortschritt ausgeschrieben“, erklärt Bednarczyk das Vorgehen. Ihr zufolge soll im Frühjahr/Sommer 2020 alles fertig sein.

Hauptpunkt der Gesamtbaumaßnahme am Altbau der Gesamtschule ist, wie der Erste und Technische Beigeordnete Wilfried Limke erklärt, die „thermische und technische Sanierung des Gebäudes“.

Diese erfolgt im laufenden Schulbetrieb. Da sei es ein Glück, dass der betroffene Trakt leer steht, sagt Alexandra Bednarczyk. Lärm aber lässt sich auf einer Baustelle nicht vermeiden. „Wir weisen die Firmen darauf hin, wenn besondere Situationen vorliegen“, erklärt sie mit Blick auf den Schulunterricht. Im Erdgeschoss des in der Sanierung befindlichen alten Gesamtschulgebäudes werden sich unter anderen die Verwaltung, Fachräume für Chemie, zwei Lehrküchen, zwei Technikräume, Mensa und Pausenhalle befinden.

Die Kantine der Schule wurde, wie berichtet, in die für diesen Zweck hergerichtete Turnhalle an der Steinstraße verlagert. Die Küche im Altbautrakt der Gesamtschule ist noch in Betrieb und wurde angesichts der in dem Gebäude laufenden Arbeiten entsprechend „abgeschottet“, erläutert Bednarczyk. Im Obergeschoss des Altbestandes der Gesamtschule befinden sich die Klassenräume, wobei aus drei zwei gemacht würden. Dort könne auch Integration und Inklusion stattfinden.

Die Kosten für die Sanierung des alten Gesamtschulgebäudes und für die Anpassung der betreffenden Gebäude der auslaufenden Realschule an die Belange der Otto-Willmann-Schule, die dort einziehen soll, beziffert der Beigeordnete Wilfried Limke auf zirka 13 Millionen Euro.

(P.K.)