Comenius-Gesamtschüler lernen spielerisch über den Umgang mit Medien

Voerde : Comenius-Schüler durchlaufen den Medienparcours

Die Siebtklässler der Comenius-Gesamtschule Voerde durften im Rathaus den Medienparcours der Diakonie Dinslaken erkunden

Der kleine Sitzungssaal im Rathaus hat sich in einen Medienparcours verwandelt. Die Schüler der Klasse 7c der Comenius-Gesamtschule, die in den Raum strömen, werden in Gruppen eingeteilt, die sich an den sechs Stationen ausprobieren.

„Die Digitalisierung ist auch im Bildungsbereich ein großes Thema. Wir wollen, dass unsere Schüler kompetent mit Medien umgehen können und die Möglichkeiten, aber auch Gefahren der Medien kennen“, sagt Schulleiterin Ursula Reinartz. Die Bürgerstiftung Kreaktiv war zuvor an die Stadt Voerde und die Schulen herangetreten um zu schauen, wo sie im Bereich Medienkompetenz die Schulen fördern kann.

Das Ergebnis der Kooperation ist der Medienparcours „Enter it“, den die Schüler der Comenius-Gesamt­schule durchlaufen. Bei der Station „Medienkompass“ geht es darum, dass sie ihre eigene Mediennutzung reflektieren. Fast alle Schüler nutzen Chatprogramme oder schauen sich Videos, Serien und Filme im Netz an – teilweise auch mehr als drei Stunden am Tag. An der Station „Smartphone“ schauen sie, welche Vor- und Nachteile die Nutzung der vielseitigen Telefone hat. Bei einem erfahren die Schüler unter anderem, wie viele Deutsche regelmäßig Instagram nutzen oder wie viele Videos angeschaut, Nachrichten verschickt oder Euro beim Online-Shopping ausgegeben werden.

Beim „Suchtverlauf“ sollen die Siebtklässler dann Bilder, die den Verlauf einer Computer-Sucht zeigen, in die richtige Reihenfolge bringen. Der Junge, der Zeit mit Familie, Haustier und draußen beim Fußball spielen verbringt, verwandelt sich in eine übergewichtige Figur, die selbst nachts noch mit Fast-Food vor dem PC sitzt und zockt. Beim „Memory“ tauchen bekannte Spiele auf. Zuletzt steht beim „Netzwerk“ ein Spiel an, bei dem es um die Zusammenarbeit der Schüler geht. Sie müssen versuchen, mit einem Metalltrapez, das an einer Holzscheibe mit Schnüren hängt, Holzklötze mit Einkerbungen aufzuheben und zu stapeln.

„Wenn man dem Schülern diese Inhalte spielerisch vermittelt, ist das natürlich effektiver, als wenn man es ihnen in einem Klassenraum vorstellt“, sagt Ursula Reinartz. „Das hat hier Spaß gemacht“, sagt die zwölfjährige Hannah. Da sind sich auch ihre Mitschüler Liyan, Greta, Philip und Luke (alle 12) einig. „Am besten hat mir das Quiz gefallen. Das war lustig“, sagt Greta. Dass sie bei hohem Spaßfaktor auch etwas von dem behalten werden, was sie beim Medienparcours quasi nebenher gelernt haben, scheint wahrscheinlich. „Wir wollen den Medienparcours auf jeden Fall in unser Schulprogramm aufnehmen“, sagt Gesamtschulleiterin Reinartz.