CDU-Chefs aus Dinslaken, Voerde und Hünxe auf gehandelte Nachfolger für Parteivorsitz

Diskussionen in der Region : CDU-Basis uneins über Merkel-Nachfolge

Was sagt die CDU-Basis zu der Ankündigung der Kanzlerin, nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, und zu den Personen, die für ihre Nachfolge gehandelt werden oder sich dafür selbst ins Gespräch gebracht haben? Wir haben nachgefragt.

mt/P.K./P.N) Rainer Hagenkötter, Vorsitzender der CDU Dinslaken, zeigte sich von der Entscheidung Angela Merkels überrascht – vor allem vom Zeitpunkt, so kurz nach der Hessenwahl. Der Dinslakener hatte damit gerechnet, dass die Entscheidung noch ein bisschen reife, irgendwann, nun sei es aber recht schnell gegangen.

Wer nun den Parteivorsitz übernehmen soll, weiß er nicht. Mit Friedrich Merz und Jens Spahn werden einige Namen gehandelt. Dazu will sich Hagenkötter aber nicht äußern, denn man wisse ja nicht, ob sie sich selbst ins Spiel gebracht haben oder ob sie von anderen vorgeschlagen worden sind.

Eine Absage erteilt der CDU-Chef Neuwahlen. Es werde ja gearbeitet, nun müsse die Leistung der Bundesregierung in den Vordergrund gestellt werden. Zu den Stimmen, die meinen, Merkel habe das falsche Amt niedergelegt, sie hätte als Kanzlerin zurücktreten sollen, gehört Hagenkötter nicht. „Was das für eine Welle losgetreten hätte“, sagt er. Die Regierung müsse stabil bleiben.

Voerdes CDU-Vorsitzender Bernd Altmeppen – ein, wie er sagt, „bekennender Merkel-Freund“, der wisse, „wieviel diese Frau für unser Land und für Europa getan hat“ – bedauert deren Rückzug. Er ist allerdings froh, dass die Kanzlerin den Schritt selbst einleitet und „nicht vom Hof gejagt wird“. Angesichts der von der CDU erzielten „verheerenden“ Wahlergebnisse und Prognosen sei klar, dass irgendetwas passieren müsse. Wenn Merkel meine, ihrer Partei auf diese Weise am besten dienen zu können, „dann akzeptiere ich das“, erklärt Altmeppen.

Er hofft, dass der Rückzug auch Wirkung zeigt, dass die „Nörgler“ verstummen und die „Große Koalition in Ruhe arbeiten lassen“. Friedrich Merz hält Altmeppen indes für eher ungeeignet für den CDU-Parteivorsitz. Denn Merz habe sich, als er Fraktionschef war, nicht nur Freunde gemacht, auch gehöre er „nicht zum inneren Zirkel der Macht“, sei „zu lange raus“. Altmeppen sähe an der Spitze der Bundespartei am liebsten Annegret Kramp-Karrenbauer, die er mehrfach erlebt habe.

Die Generalsekretärin sei „fachlich immer voll im Bilde“, habe die komplette Ochsentour der politischen Karriere, von der Kommunalpolitik bis zur Landesmutter, hinter sich. Sie wäre für Altmeppen auch die geeignete Kandidatin für das Kanzleramt.

Gesundheitsminister Jens Spahn indes hält Altmeppen noch für zu jung für den Parteivorsitz, sagt ihm aber eine „große Zukunft“ bei der CDU voraus. Ministerpräsident Armin Laschet, der, so Altmeppen von anderen ins Gespräch gebracht werde, möchte er weiter in NRW sehen, „weil wir ihn hier brauchen“.

Wilhelm Windszus, Hünxer CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, nennt zwei Favoriten für Merkels Nachfolge: Merz und Kramp-Karrenbauer. Es ist schade, dass sie geht“, sagt Hünxes CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, „aber viele an der Parteibasis wollen jetzt neue Gesichter sehen.“ Unter dem Eindruck der jüngsten Wahlergebnisse und dem Druck auf die GroKo könne er ihre Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, verstehen. Merkels Stern habe mit der Flüchtlingsfrage begonnen zu sinken. „Hier hat sie etwas die Kontrolle verloren“, meint Windszus.

Für Merkels Nachfolge im Parteivorsitz hält der Hünxer vor allem zwei Personen für geeignet. Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gebe in ihrer Funktion „eine gute Figur ab“ und habe den Draht zur Basis. Als Ministerpräsidentin im Saarland habe sie erfolgreich gearbeitet. „Die könnte ich mir vorstellen“, so Windszus.

Auch den früheren Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz hält er für geeignet. „Merz ist eine starke Persönlichkeit und wäre ebenfalls eine gute Wahl. Er genießt eine hohe Anerkennung in der Partei und ist sehr beliebt“, sagt Hünxes Gemeindeverbandsvorsitzender.

Und Wilhelm Windszus fügt hinzu: „Jetzt bin ich mal gespannt, wie es bei der SPD personell weitergeht.“ Auch hier müsse es nach den schlechten Wahlergebnissen seiner Überzeugung nach Konsequenzen geben.

(mt/P.K./P.N.)
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