Caritas zieht von Dinslaken nach Friedrichsfeld

Haustechnischer Dienst, Mahlzeitendienst und Teil des Fuhrparks : Caritas zieht im Frühjahr in die Parkschule

Verband und Stadt informierten in Friedrichsfeld über Pläne für das Parkschulgelände. Besonders interessierte das medizinische Versorgungszentrum.

Im Frühjahr 2019 hofft Caritasdirektor Michael van Meerbeck, mit der Zentrale seines Verbandes von Dinslaken nach Friedrichsfeld ziehen zu können. Dies war eine von vielen Botschaften, die am Donnerstagabend bei der gemeinsamen Infoveranstaltung mit der Stadt in der früheren Parkschule verkündet wurden. Veranstaltungsort war ein ausgedientes Klassenzimmer, das der Caritasverband Dinslaken-Wesel zukünftig als „Raum des Gebets“ für seine Mitarbeiter nutzen möchte.

Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger fanden sich dort ein, um sich von dem neuen Besitzer eines Großteils des Schulgeländes und der Stadt aus erster Hand über die Pläne berichten zu lassen. Ziel der Caritas sei es, in die Mitte ihres Einzugsgebietes zu ziehen und nicht mehr an deren südlichem Rand beheimatet zu sein, sagte van Meerbeck. Sein Verband hat etwa 1700 Mitarbeiter – die habe die Stadt Voerde dann mehr, würden aber nicht alle nach Friedrichsfeld kommen. Die Zahl der Beschäftigten dort bezifferte van Meerbeck mit zunächst 30. Neben der Verwaltung will die Caritas an dem Standort den haustechnischen Dienst, den Mahlzeitendienst und einen Teil des Fuhrparks ansiedeln – und „in der Perspektive“ Altenhilfe- und Jugendhilfeangebote mit weiterem Personal.

Auf besonders hohes Interesse bei dem Infoabend stieß der Plan, dass sich auf dem früheren Grundschulgelände auch das in Lohberg und Walsum schon ansässige Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) gGmbH ansiedeln will. Als Startdatum nannte van Meerbeck den 1. Januar 2019, wobei das MVZ zunächst in einem anderen Gebäudeteil untergebracht werden soll, der erst einmal fertig gemacht werde. Später dann geht es in den zweigeschossigen Trakt. An dem Standort werden sich van Meerbeck zufolge Allgemeinmediziner und Kinderärzte niederlassen.

Bürgermeister Dirk Haarmann betonte die Wichtigkeit dieser Ansiedlung in Friedrichsfeld im Hinblick darauf, dass die Ärzteverknappung dazu führe, dass ländliche Praxen keine Nachfolge fänden. Aus den Reihen der Bürger kam die Frage nach der möglichen Niederlassung von Fachärzten auf – in Voerde gebe es keinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Der Caritasdirektor glaubt, dass sich das MVZ „bedarfsgerecht ausrichten“ werde, verwies im Hinblick auf detailliertere Informationen jedoch auf eine geplante Infoveranstaltung seitens des medizinischen Versorgungszentrums.

Ein weiterer zentraler Aspekt war die Zufahrt auf das frühere Grundschulgelände. Diese soll über die B 8 erfolgen, eine Durchfahrt zur Wilhelmstraße jedoch unterbunden werden, indem der Weg etwa in Höhe der Kita abgepollert wird. Der Plan traf bei Anliegern der Parkstraße auf Kritik. Auch wurde von Bürgerseite die Sorge geäußert, dass es durch die Zufahrt über die B 8 auf der Bundesstraße zu Rückstaueffekten und einer Gefährdung kommen könne. Bürgermeister Haarmann erinnerte an die angestrebte Umleitung des Durchgangsverkehrs über die Hans-Richter-Straße (K 12n), mit der Friedrichsfeld an der Stelle entlastet werden soll. Spätestens dann sei dies kein Thema mehr.

Der ehemalige Standort der Parkschule ist weiter für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. Ursprünglich hätten es bis zu 126 sein können, erinnerte der Bürgermeister. „Zeitgleich haben hier mal vier Familien gewohnt.“ Nun könnten dort bis zu 70 Menschen untergebracht werden. Haarmann erklärte, dass sich die Stadt darauf vorzubereiten habe, dass sie 175 Menschen aufnehmen muss. Wann diese kommen, in welchen Teilmengen, wie die Sozialstrukturen sind, „wissen wir nicht“.

Der Bürgermeister sprach angesichts der schwierigen Planung von einem „Seiltanz“. Die Stadt sei in der misslichen Lage, bei der Versorgung von Flüchtlingen mit Wohnraum möglichst kurze Reaktionszeiten zu haben und sich andererseits die Frage stellen zu müssen, mit wie vielen Ressourcen sie „verantwortungsvoll in die Vorplanung“ gehen könne. Der Schulstandort biete eine gute Möglichkeit, Raumressourcen vorzuhalten.

Ein kleiner Teil der Fläche befindet sich nach wie vor im Besitz der Stadt. 4200 Quadratmeter würden „ausparzelliert“. Die grobe Planung beinhaltet, auf dem an der Straße „Zum Bauhof“ hin gelegenen Bereich bis zu drei Mehrfamilienhäuser vorzusehen. Was mögliche Investoren betrifft, sprach Haarmann von vielversprechenden Reaktionen auf dem Wohnungsmarkt.

Michael van Meerbeck dankte bei dem Infoabend für das „herzliche Willkommen“, das seinem Verband nicht nur von Stadt und Politik in Voerde, sondern auch aus der Bürgerschaft entgegen gebracht worden sei.

„Wir wollen gute Nachbarn werden“, versprach er und kündigte eine Einladung zu einem gemeinsamen Fest anlässlich des bevorstehenden Einzuges an.

(P.K.)
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