Caritas und Awo kooperieren: Wohnungslose beraten und unterstützen

Land fördert Projekt : Wohnungslose beraten und unterstützen

Die Caritasverbände für die Dekanate Dinslaken und Wesel sowie Moers und Xanten und die Arbeiterwohlfahrt Kreis Wesel beteiligen sich gemeinsam an der Landesinititiative „Endlich Zuhause“. Unterstützt werden sie vom Kreis Wesel.

In Dinslaken wird demnächst ein Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) auf einem speziellen Dienstfahrrad unterwegs sein, um zu den Orten zu fahren, an denen Wohnungslose anzutreffen sind und ihnen seine Hilfe und Unterstützung anbieten. Die Einstellung der neuen Kraft wird durch die Landesinitiative „Endlich Zuhause“ möglich, die sich die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit zum Ziel gesetzt hat. An ihr beteiligen sich mit einem gemeinsamen Projekt die beiden Caritasverbände Dinslaken-Wesel und Moers-Xanten sowie die Arbeiterwohlfahrt Kreis Wesel. Unterstützt werden die Kooperationspartner vom Kreis Wesel.

Der offizielle Startschuss für das gemeinsame Projekt fällt am 1. November, es läuft dann bis zum 31. Dezember 2020, wie Dinslakens Caritasdirektor Michael van Meerbeck berichtete. Die drei Projekträger können mit Fördergeldern in Höhe von rund 380.000 Euro rechnen. 100.000 Euro sind für die Anschaffung von speziellen Fahrzeugen gedacht, unter anderem das Dienstfahrrad; weitere 280.000 Euro stehen für die laufenden Kosten und das Personal zu Verfügung. Finanziert werden drei Stellen für Sozialarbeiter beziehungsweise -pädagogen. Jeweils 1,5 Stellen entfallen auf den rechts- sowie den linksrheinischen Teil des Kreises Wesel. Die neuen Fahrzeuge sollen in der aufsuchenden Hilfe eingesetzt werden, mit ihnen fahren die Mitarbeiter zu Wohnungslosen, die nicht die Angebote in den vorhandenen Beratungsstellen nutzen.

„Die Wohnungslosigkeit ist nach dem Hunger die schärfste Form der Armut“, stellte Landrat Ansgar Müller fest und berichtete, dass die Zahl der Menschen ohne eine festen Wohnsitz zunimmt. Die Statistik weist für das Jahr 2018 insgesamt 853 Wohnungslose Männer und Frauen im Kreis Wesel aus, vorher waren es unter 400. Die drastische Steigerung ist auch auf den Zuzug geflüchteter Menschen zurückzuführen, die ohne eine Wohnung dastehen, aber eben nicht nur, wie der Landrat erläuterte. Die drei Träger sind bereits seit vielen Jahren im Kampf gegen Armut und Wohnungslosigkeit im Kreis aktiv und können aufgrund der Förderung durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet ausbauen und verstärken. „Alle Kommunen des Kreises Wesel werden davon profitieren“, bekräftigte Brunhild Demmer, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Moers-Xanten.

Die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Beteiligung an der Landesinitiative auftun, werden als eine Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten angesehen. Die beiden Caritasverbände und die Awo betreiben bereits Beratungsstellen für Wohnungslose. Die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter halten nicht nur Kontakt zu Betroffenen, begleiten und unterstützen diese, sie verstehen sich auch als Schnittstelle zu Vermietern, sind deren Ansprechpartner, wie Bernd Riekemann, Vorstand Fachpolitik des Awo-Kreisverbandes, sagte.

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