Burghofbühne zeigt in Dinslaken "Augen voller Wahnsinn"

Premiere am 18. Januar : Ein Teenager im Kampf mit dem eigenen Ich

Das Jugendtheater der Burghofbühne feiert am 18. Januar die Premiere von „Augen voller Wahnsinn“. Ein Ein-Personen-Stück mit Laura Götz.

„Augen voller Wahnsinn“ heißt das nächste Jugendstück der Burghofbühne Dinslaken, das im Rahmen der StudioStürmer-Reihe auf dem Tenterhof Premiere hat. Und etwas Wahnsinn schwingt auch mit, wenn „Saskia“, gespielt von Laura Götz, ihre innere Welt offenbart.

Das Stück der niederländischen Autorin Sanne Vogel ist ein Monolog. Es ist eine Theaterform, die sonst bei der Burghofbühne vor allem im Kindertheater gepflegt wird und in der Spielplankonzeption auch durchaus aus praktischen Gründen beliebt ist: Sie kommt mit der Minimalbesetzung aus und kann einfach überall aufgeführt werden. Doch zugleich ist der Monolog auch höchst anspruchsvoll: Die Schauspielerin oder der Schauspieler ist ganz auf sich allein gestellt und muss durch ungebrochene Bühnenpräsenz das Publikum über die Dauer der gesamten Zeit fesseln.

Dass Laura Götz dies kann, hat sie bei der Burghofbühne seit ihrer Verpflichtung zu Beginn der Spielzeit schon mehrfach bewiesen, zuletzt in „Let’s play“ als computerspielbegeistertes Mädchen, das die Fehlgeburt und die dadurch ausgelöste Depression der Mutter spielerisch verarbeitet.

Und nun „Saskia“. Wieder auf sich allein gestellt, aber unter ganz anderen Vorzeichen.

„Saskia“ ist Teenager und damit der ewigen Frage ausgesetzt: „Wer bin ich, wo gehöre ich hin?“ „Diese Beschäftigung und Auseinandersetzung mit sich selbst spielt für Jugendliche eine große Rolle“, erklärt Nadja Blank, die den Monolog inszeniert.

So sieht sie Identifikationsmöglichkeiten des Publikums ab 14 Jahren, vor allem, „da man in diesem Alter alles auf volle Lautstärke gedreht und riesengroß empfindet“.

Doch auch unter diesem Blickwinkel muss man sagen, „Saskias“ Probleme lassen sich nicht klein reden: Schwanger nach einem One-Night-Stand, von dem sie mehr erwartet hatte. In der Situation allein mit sich selbst gelassen. Im Hintergrund angedeutete Erfahrungen eines früheren Missbrauchs. Daraus resultierende psychische Probleme. Trotzdem ein eiserner Wille, die Schule zu schaffen. „Das macht das Stück so dicht und so positiv überfordernd“, findet Nadja Blank, und Anna Scherer, Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters der Burghofbühne, gibt Entwarnung: „Es gibt zwar jede Menge Probleme, aber ‘Augen voller Wahnsinn’ ist kein Problemstück. Es geht um das, was alle Jugendlichen beschäftigt: Wo bin ich richtig? Die Abnabelung von den Eltern geschieht in der Pubertät, die Frage ist: Wo finde ich dann Liebe? “

Das Stück geht diesen Fragen auf vielen Ebenen nach. Dicht, poetisch, mit starken Bildern. Man spürt im Gespräch mit Nadja Blank und Anna Scherer, wie diese Bilder den beiden vor Augen stehen. Wie es Laura Götz gelingen wird, dass auch das Premierenpublikum Fische vor den Augen sieht, erfährt man am Freitag, 18. Januar, um 18 Uhr in der Remise des Tenterhofs.

(bes)