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Dinslaken: Burghofbühne startet mit Shakespeare

Dinslaken : Burghofbühne startet mit Shakespeare

Mit "Der Widerspenstigen Zähmung" läutet das Landestheater am 20. September die neue Spielzeit ein. Es ist Thorsten Weckherlins letzte. Frischer Wind weht schon jetzt durch den Tenterhof. Im Ensemble gibt es vier neue Gesichter.

Irgendetwas war anders, als Thorsten Weckherlin gestern Morgen in der Remise des Tenterhofs den Spielplan für die Theatersaison 2013/2014 vorstellte. Der Intendant verlässt Dinslaken im nächsten Jahr. Gemeinsam mit dem Chefdramaturgen Lars Helmer übernimmt er die Leitung des Landestheaters Tübingen. Nach zehn Jahren erfolgreich Theaterarbeit die letzten Produktionen für Dinslaken vorzustellen, sei ein "komisches Gefühl", erklärte Weckherlin. Dann schob er die Sentimentalitäten beiseite. "Ich bin noch ein ganzes Jahr in Dinslaken. Und ich habe mit meinem Team noch viel vor."

Im Ensemble gibt es zwei neue Schauspieler. Christoph Bahr, 1985 in Wiesbaden geboren, zuletzt am Schauspiel Frankfurt tätig "und in der weiten Welt zu Hause", und Carlo Sohn (Jahrgang 1987) aus Duisburg. Nach dem Abitur absolvierte Sohn seine Schauspielausbildung an der Theaterakademie Köln. Bereits während der Ausbildung war er in einigen TV-Produktionen ("Pastewka") zu sehen. Nach seinem Studium spielte er 2011/12 im Zimmertheater Rottweil.

Auch die Nachfolge von Erwin Kleinwechter, der kürzlich das Theater verlassen hat, ist geregelt: Sonja Wies hat die Leitung der Gastspielortbetreuung übernommen und ist für Marketing und Buchungen zuständig. Die gebürtige Frankfurterin hat das gemeinsame Büro der vier Landestheater in Düsseldorf (später in Neuss) geleitet. Zuletzt war sie als Marketing-Leiterin am Theater Krefeld/Mönchengladbach tätig.

Tina Häntzschel (18) ist über den Bundesfreiwilligendienst zur Burghofbühne gekommen. Ein Jahr lang wird sie die Theaterlandschaft in Dinslaken und diversen Abstecherorten erkunden.

Einen neuer Mann auf dem Regiestuhl präsentiert die Burghofbühne mit der ersten Premiere der neuen Spielzeit. Sebastian Wirnitzer gibt mit "Der Widerspenstigen Zähmung" am 20. September sein Dinslaken-Debüt. Er inszeniert die Komödie, die dem Cole-Porter-Musical "Kiss me, Kate" als Vorlage diente, in großer Besetzung. "Die Zuschauer werden ihren Spaß haben", verspricht Wirnitzer.

Der 39-Jährige stammt aus dem thüringischen Friedrichroda, erhielt aber seine künstlerische Ausbildung mitten im Pott, an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Es folgten Engagements in Bochum, Berlin und Schwäbisch Hall, er war außerdem festes Ensemblemitglied am Nordharzer Städtebundtheater Quedlinburg/Halberstadt und am Hans Otto Theater Potsdam. Wirnitzer drehte für die RTL-Serie "Hinter Gittern – Der Frauenknast". Im Berliner Kabarett sieht man ihn häufig als Barack-Obama-Double.

Außerdem neu im Premierenschauspiel der Burghofbühne sind die schwarze Komödie "Ab jetzt" von Alan Ayckborn, Inszenierung Thorsten Weckherlin (8. November), sowie "Moschee DE" von Kolja Mensing und Robert Thalheim (28. März). Ein "Wunschstück" führt die Burghofbühne am 14. Februar auf.

Das Kinder- und Jugendtheater startet die Saison am 18. Oktober mit "Frankenstein". Stefan Ey bringt Mary Shelleys Roman als ein Ein-Personen-Stück auf die Bühne. Daniele Nese darf somit nicht nur als smarter Dr. Frankenstein und Monster mit Quadratschädel glänzen. Er übernimmt auch alle anderen Rollen. Die weiteren Produktionen: "Clockwork orange" (29. November), "Rico, Oskar und Tieferschatten" (7. Februar). Mit "Dreck" stellt sich am 2. April Abendspielleiterin Rosa Grunicke als Regisseurin vor. Das Stück erzählt die Geschichte eines Rosenverkäufers, der durch die Kneipen zieht. Für diese Inszenierung kam nur ein Spielort in Frage: Herberts "Bräustüb'l" an der Wilhelm-Lantermann-Straße.

(RP)