Burghofbühne Dinslaken zeigt Jugendstück "Let's Play"

Keine Leichte Kost : Burghofbühne: Trauer am Computer wegspielen

Uraufführung von „Let’s Play“ im StudioStürmer

Lizza spielt für ihr Leben gerne Computerspiele und ist so kreativ, dass sie später, wenn sie mal erwachsen ist, selbst Spieleentwicklerin werden möchte. Dass sie einen kleinen Bruder bekommen soll, für den sie ihre Talente einsetzen kann, erfüllt sie mit Vorfreude. Doch dann verliert ihre Mutter das ungeborene Kind und Lizzas Spielewelt erhält eine ganz andere Funktion: Sie wird das Umfeld, in dem das Mädchen verarbeiten kann, dass ihre Mutter vor Trauer verrückt ist wie ein falsch programmiertes Level.

Es ist keine leichte Kost, die Bettina Wegenast in „Let’s play: Ein Spiel für Benny“ verarbeitet hat. Regisseurin Barbara Frazier, die selbst erst vor Kurzem Mutter wurde, habe das Thema selbst sehr berührt, sagt sie. Aber dennoch ist das Stück, mit dem die Burghofbühne am Freitag, 9. November, um 18 Uhr in die neue Studio-Stürmer-Spielzeit im Tenterhof startet, für Kinder ab acht Jahre. Denn das schwere Thema werde leicht erzählt, kreativ und voller Humor. So wie Lizza selbst.

Computerspiele im Kinder- und Jugendtheater – eigentlich werden sie immer lieber verteufelt. Nicht so in „Let’s play“. Bettina Wegenast, die bei der Uraufführung ihres Stücks in Dinslaken auch anwesend sein wird, interessiert die aktive, kreative Seite des Gamings, ihre Lizza ist ein Mädchen, das ihr Umfeld gestaltet, die Dinge im Griff hat und daraus ihre Stärke schöpft. Ein Rollenmodell für die heutige Zeit. Laura Götz, seit Beginn der Saison das feste Ensemblemitglied für die Kinder- und Jugendsparte der Burghofbühne, schlüpft in alle Rollen dieses Einpersonenstücks.

Für Barbara Frazier ist es die erste Regiearbeit am Landestheater. Sie und Anna Scherer kennen sich bereits seit der gemeinsamen Studienzeit in Mainz. Die gebürtige Amerikanerin lebt mit ihrer Familie in Augsburg, nach Engagements in Ulm und Halle schätzt sie den Tenterhof als einen Ort, an dem eine familienfreundliche Atmosphäre herrscht – in der Theaterlandschaft bei aller Differenzierung keine Selbstverständlichkeit. Und auch der positive Umgang mit Computerspielen im Stück hat schon Spuren hinterlassen. Hinter den Kulissen des Tenterhofs wird derzeit vermehrt fröhlich gezockt. Eintrittskarten für „Let’s play“ kosten neun Euro, erm. sechs Euro, das Studio-Stürmer-Abo mit fünf Vorstellungen inkl. Pizza gibt es für 25 Euro.

(fla)