Dinslaken: Buntes Museumsfest macht Lust auf Kunst

Dinslaken : Buntes Museumsfest macht Lust auf Kunst

Essbare Blüten, Kunst im Sommeratelier und Mittelaltermusik brachten Farbe ins Fest.

Bunt ging es gestern auf dem Museumsfest im Voswinckelshof zu, und das in farblicher, musikalischer und kulinarischer Hinsicht. Die Künstlerinnen des Kulturkreises Dinslaken gaben einen Vorgeschmack auf das Sommeratelier, das sie morgen offiziell beginnen. Auf der Wiese waren Stände mit bunter Wolle, Batikstoffen und Filzarbeiten aufgebaut, und die Salatteller des gastronomischen Angebotes glichen Farbpaletten.

Bunt trieben's auch Schachtelhalms Erben. Zumindest textlich. Die Mittelaltermusiker sangen zu Trommel, Dudelsack und Zupfinstrumenten Vagantenlieder vom Wein und feuchtfröhlichen Klosterleben. Mal laut, mal leise. Letzteres, damit das Publikum näher kommen möge. Das allerdings scheute die Sonne und blieb lieber im Schatten stehen. Die "Erben" kamen dieser Art von Lichtscheue auf ihre Art entgegen. "Der Mond ist unsere Sonne" sangen sie in einem alten Räuberlied.

Sonnenblumen fand man gleich nebenan im Färbergarten. Hier war man eine Kooperation mit den Bäckern der historischen Backstube eingegangen. Nicht nur räumlich, wo die Färberwerkstatt in der ehemaligen Schmiede durch einen offenen Türsturz mit der Backstube verbunden ist, sondern auch inhaltlich. "Essbare Blüten" seien das Thema, erläuterte Andreas Mauerer. Zum Museumsfest wurde Brot gebacken, das mit Ringelblumen, Kornblumen, Kapuzinerkresse und Rosenblättern aromatisiert wurde.

Aromatisches aus der Natur lässt sich auch leicht selbst herstellen. Zum Beispiel ein Entspannungsbad: Einfach Thymian und Meersalz zum Baden im Verhältnis 1 zu 5 in ein Baumwollsäckchen oder einen Teebeutel füllen und in das Badewasser geben. Im Färbergarten werden Pflanzenfarben für Bilder gewonnen. Aber Blumen sind natürlich auch immer Motive gewesen. Deshalb blühen im Garten die Sonnenblumen und daneben die Schwertlilien. Woran erinnert die Kombination? Natürlich: Vincent van Gogh verewigte beides in seinen berühmtesten Blumenbildern.

Nele (9) schaute auf das fast fertige Acrylbild im Atelier auf dem Museumsplatz und wunderte sich. "Warum malst du keine Augen?" "Weißt du, das Bild ist abstrakt", erklärte Edith Bein, Schöpferin der "Brüder". Die Hünxer Künstlerin ist eine der Teinehmerinnen des Sommerateliers des Kulturkreises, in dessen Rahmen Bilder für die Ausstellung "Körpersprache" entstehen. "Bei abstrakter Malerei sieht man nicht alles gleich auf den ersten Blick", erklärte Bein dem Mädchen gerne. "Man muss lange hingucken und dann erkennt man was - oder etwas anderes. Das ist dem Betrachter freigestellt." Vom 30. Juni bis zum 26. Juli werden die Künstlerinnen dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr im oder bei gutem Wetter vor dem Museum malen.

(RP)
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