Bürger protestieren mit einer Menschenkette gegen die geplante L 4n

Rund 600 Teilnehmer : Protest gegen geplante L 4n mit einer Menschenkette

Fast 600 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich an den Tenderringsseen, um gegen die geplante Straßentrasse durch das Naherholungsgebiet zu demonstrieren.

Schon von weitem sind die Megaphon-Durchsagen zu hören, die einer der Organisatoren der Menschenkette gegen die L 4n ertönen lässt. Zu der Aktion aufgerufen hatte die Ortsgruppe Dinslaken der internationalen Bewegung Extinction Rebellion (kurz XR). Von der Fußgängerbrücke über den Lohberger Entwässerungsgraben spannt sich die Menschenkette mehrere Hundert Meter weit entlang der möglichen Trasse für die L 4n zwischen den Seen entlang. Dabei ist die Schar der Teilnehmer bunt gemischt: Es sind viele Familien mit Kindern dabei, junge Menschen, ältere Damen und Herren. „Ich möchte nicht, dass meine Kinder, wenn sie größer sind, hier neben einer Straße spielen müssen“, sagt eine Mutter zu ihrer Nachbarin in der Menschenkette – wohl auf die Frage, warum sie hier ist. Viele der Menschen sind Anwohner der Trasse, über die – nach dem neuen Regionalplan Ruhr – die L 4n laufen soll.

15 Minuten lang stehen die gut 600 Teilnehmer nebeneinander, um ihren Protest gegen die Pläne zur geplanten L 4n kundzutun. Viele der Teilnehmer brechen danach noch zu einem Spaziergang durch die Umgebung auf. „Wir wollten den Menschen mal zeigen, wo die L 4n entlang laufen könnte. Vielen ist das noch nicht klar“, erklärt Marcus Heldt von Extinction Rebellion, Ortsgruppe Dinslaken.

„So eine Menschenkette macht das Engagement vor Ort sichtbar“, erklärt Anette Theisinger, ebenfalls Mitglied der Ortsgruppe von XR, warum man gerade dieses Mittel zum Protest gewählt hat. Dabei waren die XR-Mitglieder doch etwas überrascht von der so hohen Anzahl der Teilnehmer, auch wenn sie im Stillen natürlich mit einem breiten Zuspruch gerechnet hatten.

Das Ziel der Gruppierung ist es, die L 4n als Projekt komplett zu verhindern. Weder auf der möglichen Trasse entlang des Entwässerungsgrabens soll gebaut, noch der Tenderingsweg ausgebaut werden, wenn es nach dem Wunsch der Aktivisten geht. „Die Straße wird ja nicht für die Anwohner gebaut“, erklärt Anette Theisinger. „Sondern sie wird gebaut, damit Lkw möglichst gut hier langfahren können.“

Zudem sei das Gebiet zwischen den Seen ein schützenswerter Lebensraum für verschiedene Arten. „Man kann damit rechnen, dass mit einem Straßenbau hier Amphibienpopulationen getrennt werden würden“, erklärt Ulf Unterberg, ebenfalls Mitglied der XR-Ortsgruppe. Außerdem weist er auf Wasservögel hin und auf Vogelarten, wie beispielsweise Steinkauz und Schleiereule, denen eine neue Straße gravierende Probleme bereiten könnte.

Die Ortsgruppe von XR will auch weiterhin Aktionen gegen die L 4n organisieren. „Das Schlimmste, was man machen kann, ist nichts zu tun“, kommentiert XR-Ortsgruppenmitglied Ilona Ziffus den Einsatz gegen die geplante Straße durch das Erholungsgebiet.

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