Bubenzer und Pintsch Bamag: Was sich in Dinslaken tut

Veränderungen an der Hünxer Straße : Firmen-Umbau trifft auch Mitarbeiter

Umstrukturierungsmaßnahmen haben Folgen: 50 Bubenzer-Mitarbeiter mussten in eine Transfergesellschaft wechseln. Teile der Produktion wurden nach Polen und nach Kirchen bei Siegen verlagert.

Auf dem Firmengelände an der Hünxer Straße hat es Veränderungen gegeben. Die Firma Pintsch Bubenzer ist verkauft. Die Hallen, die sie auf dem Grundstück genutzt hat, wurden geräumt. Die Maschinen sind demontiert worden und wurden zu Standorten in Polen und Kirchen gebracht. 50 Bubenzer-Beschäftigte sind nun in einer Transfergesellschaft beschäftigt. 16 Mitarbeiter sind im Steag-Gebäude an der Duisburger Straße und kümmern sich weiterhin von Dinslaken aus um die Bubenzer-Geschäfte.

Pintsch Bubenzer-Geschäftsführer Markus Topp erklärt die Hintergründe des Vorgangs. Der Verkauf des Bremsen-Herstellers Pintsch Bubenzer Ende Februar 2018 habe alles ins Rollen gebracht. Mit dem Kauf der Firma war Pintsch Bamag – das 1947 in Dinslaken gegründete Unternehmen gehört seit 1987 zur Münchner Schaltbau AG – 2007 ins Geschäft mit Bremsen für Kräne, Windräder und die Industrie eingestiegen.

Verbunden mit dem Verkauf war die Aufforderung, das Grundstück an der Hünxer Straße bis Ende Oktober 2018 zu verlassen.

Das Verkehrstechnikunternehmen Schaltbau verkaufte die Tochtergesellschaft Pintsch Bubenzer an die Dellner-Gruppe und die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft Active Ownership Capital (AOC).

Wie Markus Topp berichtet, war ein Umzug innerhalb Dinslakens schon geplant, es habe sogar ein unterschriftsreifer Vertrag für ein Objekt an der Thyssenstraße gegeben. Doch die Gesellschafter hatten andere Ideen. Die Umzugspläne wurden aufgegeben. Da Dellner schon ein Zerspan-Werk in Polen hat, wurden 80 Prozent des Dinslakener Werkes dorthin gebracht. 20 Prozent wurden an den Bubenzer-Hauptsitz in Kirchen verlegt. Auch die Montage ist nach Kirchen verlagert worden. Vertrieb, Konstruktion und Entwicklung seien in Dinslaken verblieben, die Mitarbeiter haben Büros im Steag-Gebäude bezogen. Dellner hält nun alle Anteile.

Durch diese Verlagerungen, die Aufgabe des Standortes an der Hünxer Straße, sind 50 Arbeitsplätze weggefallen. In Kirchen, das bei Siegen liegt, seien 20 neue Arbeitsplätze entstanden, so Topp. Sie seien auch den Mitarbeitern aus Dinslaken angeboten worden.

Die Firma Pintsch Bamag kündigt ebenfalls Veränderungen an. Geplant ist, unter dem Namen Pintsch GmbH drei Firmen am Standort Dinslaken zu konzentrieren: die niederländische Tochter Pintsch Aben (Maarssen bei Utrecht), die Pintsch Bamag und Pintsch Tiefenbach (Sprockhövel). Bis Ende des Jahres sollen dem Vernehmen nach die Arbeitsplätze von Sprockhövel nach Dinslaken verlagert werden. Die Schwerpunkte des Unternehmens sind Bahnübergangstechnik und Bahnsteigtüren.

Außerdem hat die Schaltbau Refurbishment (früher der Pintsch-Bamag-Bereich Tür-, Licht- und Energiesysteme sowie E-Mobilität) ihren Sitz auf dem Gelände an der Hünxer Straße.

(mg/ing)