Dinslaken: Blockverdichtung liegt auf Eis

Dinslaken: Blockverdichtung liegt auf Eis

Der Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Regionalrates tagte gestern in Rees, um sich dort ein Bild von der Lage an der Betuwe-Linie zu machen. Die zahlreichen Zuhörer waren enttäuscht, dass es kaum Neues zu hören gab.

Eine Sache war nach der Tagung gestern klar. Die Enttäuschung über das Verhalten der Bahn hat längst die Regionalpolitiker erreicht. "Von der Arroganz der Bahn bin ich immer wieder geschockt", sagte Gunhild Sartingen (SPD) aus Marienthal, Vorsitzende des Verkehrsausschusses. "Bei jeder Infoveranstaltung kommen Bahn-Vertreter mit einem fertigen Konzept, weichen davon keinen Millimeter ab und lassen Fragen zu Details gar nicht zu."

Eigentlich hatten Politiker und Besucher also gar keinen Grund gehabt, enttäuscht zu sein, dass gestern kein Vertreter der Bahn nach Rees gekommen war. Doch im Laufe des Vormittags wurde immer deutlicher, dass mit der Bahn eben auch der entscheidende Vertreter fehlte. Auch aus Reihen der Regionalpolitiker wurde viel Kritik laut. Es dürfe nicht sein, dass Städte finanziell belastet, auf Lärmschutz verzichtet und immer mehr Züge auf die Strecke geschickt werden, hieß es unisono.

Problem war eben nur, dass sich alle in die Einschätzung zwar einig waren, der Regionalrat aber eigentlich nichts entscheiden kann. "Wichtig war uns, zu dokumentieren, dass wir den Schulterschluss mit dem Niederrhein suchen. Außerdem wollten wir so viele Informationen wie möglich abfragen", so Sartingen.

Harte Fakten gab's dann doch noch. Dafür sorgte Matthias Voll-stedt von der Bezirksregierung. Er ist für die Planfeststellung zur Blockverdichtung zuständig. Dadurch will die Bahn mehr Züge auf die Strecke bringen. Dieses Ansinnen wird sich offenbar verzögern, so viel ist seit gestern klar. Denn Vollstedt berichtete, dass die Bahn unvollständige Unterlagen eingereicht hat. "Wir haben die Bahn um eine Nachbegründung gebeten, bisher aber noch keine Antwort." Die Folge: Das Verfahren ruht, die Blockverdichtung liegt auf Eis.

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Gleichzeitig erläuterte Vollstedt, dass ein Planfeststellungsverfahren in der Regel bis zu zwei Jahre dauert. So ist wohl kaum vor 2013 mit der Realisierung der Blockverdichtung zu rechnen. Vollstedt berichtete auch, dass bei seiner Behörde bisher noch kein Antrag der Bahn zum Lärmschutz vorliegt. Für die Politik ein klares Zeichen, dass der Verkehrsriese die klare Absicht hat, mehr Züge auf die Strecke zu bringen, bevor der Lärmschutz angegangen wird. Für die Anrainer ein klarer Verstoß gegen die Vereinbarung zwischen Land, Bahn und Bund von 2002.

Blockverdichtung Bahnstrecken werden durch Blockabschnitte unterteilt. In jedem dieser Blöcke darf sich immer nur ein Zug befinden. Werden die Blöcke dichter, passen mehr Züge auf eine Strecke. Die Kapazität steigt. Werden die Blöcke dichter und die Züge länger, hat das zwei Effekte. Die Schranken gehen öfter runter und bleiben länger unten.

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(RP)