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Blinkende Windräder: Stadtwerke Dinslaken rechnen mit Fristverlängrung

Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung : Stadtwerke: Windräder werden wohl länger blinken

Die Bundesregierung hat eine Verwaltungsvorschrift auf den Weg gebracht, die Schluss machen soll mit dem nächtlichen Dauerblinken von Windrädern. Deren Warnbefeuerung soll künftig nur nach bei Bedarf angehen, also dann, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug in kritischer Höhe nähert.

Also ist es ratsam, eine sogenannte bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung nachzurüsten.

„Allerdings gibt es das Problem, dass hierfür zwei Technologien vorhanden sind, von denen aktuell nur eine Technologie zugelassen ist“, stellt Arno Gedigk fest. Er arbeitet bei den Dinslakener Stadtwerken als Prokurist und ist dort Leiter der Hauptabteilung Erzeugungsanlagen. Das Dinslakener Versorgungsunternehmen ist Mitgesellschafter der Windkraft Lohberg GmbH, die das Windrad auf der Halde Lohberg Nord betreibt.

Aktuell zugelassen sind für die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung von Windrädern radarbasierte Systeme. „Jedoch ist die Installation und Wartung solcher Anlagen immens teuer, so dass einzeln stehende Windkraftanlagen adhoc unwirtschaftlich wären“, stellt Arno Gedigk fest. Hinzu komme, dass man dann neben der Anlage noch Radarsysteme installieren würde, was wiederum ein Bauwerk wäre, das von der umliegenden Bevölkerung sicher nicht mit Freunden wahrgenommen werden würde, gibt Gedigk zu bedenken. Daher wird nach seiner Darstellung die Transpondertechnologie als zweite Lösung favorisiert. Diese sei jedoch technisch noch nicht ausgereift und auch noch nicht zugelassen. Was dazu führe, dass die Fristen immer wieder verlängert würden.

Die aktuell geltende Frist zur Umrüstung der bestehen Windräder auf bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung geht bis zum 30. Juni 2021. Da es bislang immer noch keine zugelassene Transponderlösung gibt, gehen die Stadtwerke davon aus, dass „die Frist noch weiter verlängert wird, bis eine zuverlässige Technik erschwinglich verfügbar ist“.

Betreibern von Windenergieanlagen ab einer Gesamthöhe von 100 Metern, die nicht auf bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung umrüsten, drohen finanzielle Einbußen. Denn diese Windräder fallen dann aus der Vergütung nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) raus beziehungsweise erhalten eine reduzierte Vergütung.

(hsd)