Bischof Felix Genn besucht kaholische Polen in Walsum

Gottesdienst : Bischof Genn besucht polnische Mission

Bei einem Gottesdienst in Walsum hörte der Bischof Geschichten der Gastgeber, die teils vor Jahrzehnten nach Deutschland kamen. 32.068 katholische Polen leben in der Region.

(pbm/cb) Selbst die Rosen auf dem Tisch blühen rot und weiß, in den Farben der polnischen Nationalflagge, alles ist passend eingedeckt, als Bischof Felix Genn in  Walsum eintrifft. „Das ist die allseits bekannte polnische Gastfreundschaft, die mich immer wieder überwältigt“, sagt er erfreut. Dann lauscht er den Geschichten seiner Gastgeber, die teils vor Jahrzehnten aus Polen nach Deutschland kamen und hier ein neues Leben begonnen haben.

Der Bischof war am 30. November zu Gast bei der Polnischen Mission am Niederrhein, deren Mitglieder regelmäßig Gottesdienste in polnischer Sprache in Walsum, Moers, Neukirchen-Vluyn, Straelen und Xanten-Mörmter feiern. Eine weitere Polnische Mission gibt es im Norden des Kreisdekanats Kleve. Insgesamt leben derzeit 32.068 Katholiken am Niederrhein, die die polnische Staatsbürgerschaft besitzen, davon 19.595 im Kreisdekanat Wesel und dem Dekanat Geldern.

Dankbar sei man, erfuhr der Bischof, dass es im Bistum Münster diese Möglichkeit gibt, in polnischer Sprache den Gottesdienst zu feiern und die polnischen Bräuche leben zu können. Selbst wenn die meisten Gemeindemitglieder auch in die deutschen Messen gehen, würde die Feier in der Muttersprache eine große Bedeutung haben. Das griff Bischof Genn im Gottesdienst, den er im Anschluss an die Gespräche mit dem Seelsorgeteam und Gemeindemitgliedern feierte, auf: „Sie haben hier, in der polnischen Gemeinde, eine Heimat, egal, wo Sie herkommen“, betonte er. Die Polnische Mission gehöre zum Bistum Münster.

Im Gespräch mit Bischof Felix Genn berichteten Mitglieder der Polnischen Mission von ihren Erfahrungen am Niederrhein. Foto: bgv/Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer

In seiner Predigt nahm der Bischof Bezug auf die Worte des Propheten Jesaja, der davon spricht, wie Schwerter zu Pflugscharen und Lanzen zu Winzermessern umgeschmiedet werden (Jes 2, 2-4). „Wie sehr hat gerade das polnische Volk gelitten unter Lanzen, Schwertern und anderem Kriegsgerät“, erinnerte Genn, „wie haben sie sich danach gesehnt, dass das Kriegsgerät umfunktioniert wird.“ Umso dankbarer sei er daher, dass er gemeinsam mit den Polen einen Gottesdienst im Bistum Münster feiern könne, „wo Sie ein Stück Heimat finden konnten“, wie er nochmals betonte. Das Bistum stelle gerne Kirchen und Gruppenräume zur Feier des Gottesdienstes und der Begegnung zur Verfügung. „Mir ist es ein Anliegen, dass Sie hier ein Zuhause finden können mit Ihrer Sprache und Ihren Traditionen“, sagte er. Es sei die Aufgabe aller Menschen, nun „ein Europa aufzubauen, das in Frieden und Gerechtigkeit besteht und keine Waffen braucht.“