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Dinslaken: Betuwe: Lärm ist nur ein Problem

Dinslaken : Betuwe: Lärm ist nur ein Problem

Über den Lärm an der Betuwe-Linie wird viel und heftig diskutiert. Es gibt aber auch noch andere Probleme: Die schweren Güterzüge lösen Erschütterungen aus, die Schäden an Häusern verursachen können.

dinslaken/voerde Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung ist das Thema "Lärmschutz an der Betuwe" aufgegriffen worden. Gefordert wird darin, die Ausbaustrecke zu einer Pilottrasse zu machen, was neue Technik gegen Lärm angeht. Jetzt kommen auch vom Bundesverkehrsministerium Signale, dass der Lärm der Güterzüge gemindert werden soll.

 Michael Terwiesche informiert über das Betuwe-Verfahren.
Michael Terwiesche informiert über das Betuwe-Verfahren. Foto: Stade

Minister Peter Ramsauer hat das Ziel ausgegeben, bis 2020 den Lärm um die Hälfte zu reduzieren. Die Schweizer dagen fordern einen noch entschiedeneren Kampf gegen Lärm an den Bahnstrecken. Sie fordern, die Umrüstung aller Güterwaggons mit so genannten Flüsterbremsen, ansonsten wollen sie Pläne blockieren, zusätzliche Güterzüge durchs Land rollen zu lassen. Sie wollen sogar den Transit lauter Güterwagen ab 2020 komplett verbieten.

Dass der Einsatz der Flüsterbremsen etwas bringt, bestätigte gestern auch der Vorsitzende der Dinslakener Bürgerinitiative "Betuwe-Linie — so nicht!", Heinz Mülleneisen, im Gespräch mit der Rheinischen Post. Auch das regelmäßige Nachschleifen der Gleise sowie die beispielsweise an der Strecke in Hiesfeld eingebauten Schienenstegdämpfer hätten zu einer Reduzierung des Lärms geführt — genauso wie die Tatsache, dass deutlich weniger Diesellokomotiven eingesetzt würden. Dies, so Mülleneisen, hätten ihm Anwohner an der Strecke bestätigt.

Allerdings macht Mülleneisen auf ein anderes Problem aufmerksam. "Dass die Züge leiser werden bedeutet nicht, dass die Erschütterungen, die sie auslösen, geringer werden", sagt er. Künftig würden nicht nur mehr und längere Züge auf der Strecke fahren, sondern auch schwerere. Er empfiehlt deswegen allen Anliegern, vor dem Planfeststellungsverfahren (siehe nebenstehenden Text) ein Wertgutachten für ihr Haus und Grundstück erstellen zu lassen. Dies sei nicht nur nützlich, wenn Eigentümer mit der Bahn über einen möglichen Verkauf verhandeln wollten. Hauseigentümer, die ein zertifiziertes Bausachverständigenbüro mit der Erstellung eines solchen Gutachtens beauftragten, hätten, wenn Schäden am Haus auftreten würden, im Streitfall mit der Deutschen Bahn aussagekräftige Unterlagen in der Hand.

(RP/rl)