Dinslaken Betuwe: 2010 wird's spannend

Dinslaken · Der Stand der Ausbauplanung für die Betuwelinie auf Dinslakener Gebiet ist weitgehend unverändert und entspricht den Vorplanungen, die die Bahn bereits bei den Informationsveranstaltungen in der Stadt vorgestellt hat. Im nächsten Jahr beginnt das Planfeststellungsverfahren.

Die Bahn will das Planfesstellungsverfahren für das Dinslakener Stadtgebiet als ein Teilverfahren von mehreren für die Gesamtstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich beantragen. Dies geht aus einem Schreiben von Projektleiter Stefan Venzke an den Vorsitzenden der Dinslakener Bürgerinitiative "Betuwelinie — so nicht", Heinz Mülleneisen, hervor. Mitte 2010 könnten dann die entsprechenden Unterlagen für die Betroffenen im Rathaus zur Einsicht und Stellungnahme vorliegen. Mülleneisen hatte die Bahn im Vorfeld der Mitgliederversammlung, die jetzt stattgefunden hat, um Antworten auf einige offene Fragen gebeten. Zurzeit bereitet die Bahn die notwendigen Grunderwerbspläne vor.

In seinem Schreiben versichert Venzke, dass sich die Bahn um gütliche Einigungen mit den Grundstückseigentümer in den Fällen bemühen wird, wo sie für den Streckenausbau Grundstücke erwerben muss oder wo sie Grundstücke während der Bauphase — etwa für das Anlegen von Baustraßen — nutzen muss. Die Wertermittlungsgutachten würde staatlich geprüften und vereidigten Sachverständigen übertragen. Die Auswahl der Gutachter werde die Bahn auf Wunsch den betroffenen Eigentümern überlassen. Wenn Grundstücke zeitlich begrenzt genutzt werden müssten, so werde dies angemessen entschädigt.

In Sachen Lärmschutz ist die von Dinslaken geforderte Lösung noch nicht in der aktuellen Planung berücksichtigt. In einem gemeinsamen Schreiben mit Mülleneisen hatte die frühere Dinslakener Bürgermeisterin Sabine Weiss darauf gedrängt, dass der Lärmschutz längs der Strecke durchgängig angelegt wird. Die Planungen der Bahn sehen bislang eine Lücke von etwa 2,3 Kilometer zwischen Brinkstraße und Rotbachquerung vor. Anwohner dort sollen passiven Lärmschutz — also Schallschutzfenster und Ähnliches — bekommen. In dem Antwortschreiben der Bahn heißt es zu dieser Frage, dass dies Thema im Rahmen der obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht werde.

Das Ergebnis dieser Prüfung werde in die Entscheidungsfindung über die Zulässigkeit des Ausbauvorhabens einfließen. Aktuell werde von Sachverständigen ein Schallschutzgutachten erstellt, dessen Ergebnisse abgewartet werden müssten. Auch die Erschütterungsmessungen an einzelnen Häusern hat die Bahn inzwischen durchgeführt. Sollte die Auswertung der Ergebnisse zeigen, dass diese Messungen noch bei weiteren Häusern notwendig seien, will die Bahn nach eigenen Angaben nachbessern.

Ausführlich diskutiert wurden auf der Mitgliederversammlung technische Möglichkeiten, den Lärm auf der Strecke zu vermindern. Eine solche Möglichkeit ist der Einbau der sogenannten "Flüsterbremse" an den Güterwagen, die zu einer Halbierung des Zuglärms führen soll.

Weiteres wichtiges Thema war die Streckensicherheit. Mülleneisen informierte über die bisherigen Aktivitäten des Arbeitskreises Streckensicherheit, der Kommunen übergreifend gebildet worden ist und inzwischen einen Forderungskatalog zur Sicherheit an der ausgebauten Betuwelinie entwickelt hat. Schon im Juni 2008 war der Arbeitskreis in der Notfallleitstelle der Bahn-Betriebszentrale in Duisburg und hat sich dort einen umfassenden Überblick über den Umgang mit Gefahrguttransporten verschafft. Der Arbeitskreis plant zudem eine Reihe von Übungen an verschiedenen Streckenabschnitten.

(RP)