Voerde-Möllen: Bergmann will Schilderwald ausdünnen

Voerde-Möllen : Bergmann will Schilderwald ausdünnen

Nach Ansicht des parteilosen Ratsherrn aus Möllen sorgen zu viele Verkehrszeichen am Straßenrand für Verwirrung.

Nachdem die Pestalozzischule aufgegeben wurde, gilt an der Bahnhofstraße im Bereich des früheren Schulgebäudes Tempo 50 statt des vorherigen Limits von 30 Stundenkilometern. Die Voerder SPD-Fraktion hat beantragt, dort die Geschwindigkeit wieder auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Gegenwärtig wird deshalb dort von der Stadt die Geschwindigkeit genessen, um Daten zum Verkehrsfluss und zu den durchschnittlich an der Bahnhofstraße im Bereich der Pestalozzischule und des Kreisverkehrs gefahrenen Geschwindigkeiten zu erhalten. Skeptisch beurteilt dies der partei- und fraktionslose Ratsherr aus Möllen, Hans-Peter Bergmann. "Wie auch immer die Messergebnisse an der Bahnhofstraße ausgehen. Ich kann, zumindest im Moment nicht glauben, dass nach der Schließeung der Pestalozzischule weiterhin das gleiche Gefahrenpotenzial besteht."

Grundsätzlich, so Hans-Peter Bergmann, befürwortet er, dass dort, "wo es wirklich nötig ist und eine vermeintliche Gefahrenstelle festgestellt wird, natürlich auch entsprechende Maßnahmen zur Regulierung des Straßenverkehrs ergriffen werden". Allerdings muss nach seiner Überzeugung jeder Eingriff in den fließenden Verkehrs auch eindeutig gekennzeichnet und für den Verkehrsteilnehmer auch begreifbar und logisch nachvollziehbar sein. Die Maßnahmen dürften nicht dazu führen, dass der sinnlose Schilderwald wächst. Man sollte den Verkehrsteilnehmern schließlich auch die Chance geben, sich auf den tatsächlichen Verkehr konzentrieren zu können, meint Bergmann. Die Stadt Voerde sollte deshalb nach seiner Ansicht mit gutem Beispiel vorangehen, für klare Verhältnisse sorgen, Sinnloses und Überflüssiges entfernen.

Der parteilose Ratsherr nennt drei Beispiele, wie der Schilderwald zur Verwirrung der Verkehrsteilnehmer führen kann. Vor einigen Jahren wurde der Leitkamp in Möllen verkehrsberuhigt. Dort darf also nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Kommt man von der Friedrichstraße, so steht kurz vor dem blauen Verkehrsschild, das den verkehrsberuhigten Bereich ankündigt, das Schild für Tempo 30. Nach Erfahrungen Bergmanns halten sich deshalb etliche Autofahrer nicht an die Schrittgeschwindigkeit, sondern fahren schneller.

Autofahrer, die von der B 8 kommen und die Rahmstraße in Richtung Möllen fahren, sehen ein Tempo-70-Schild, auf der Eisenbahnunterführung gilt dann Tempo 50 und etwa 150 Meter weiter dann wieder Tempo 70, bevor das Schild auf die geschlossenen Ortschaft hinweist und Tempo 50 einzuhalten ist.

Drittes Beispiel von Hans-Peter Bergmann: Dinslakener Straße. Am Ortsausgang Möllen steht Tempo 70. Diese Geschwindigkeit gilt dann bis kurz vor dem Kreisverkehr auf Dinslakener Gebiet. "Kommt man jedoch aus Richtung Dinslaken, kann man, da am Kreisverkehr kein Schild für eine Geschwindigkeitsregulierung steht, auf dem gleichen Straßenabschnitt bis kurz vor Möllen 100 Stundenkilometer fahren. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten könnten bei der Fußgängerüberquerung der Straße durchaus eine Gefahr darstellen", so Hans-Peter Bergmann weiter.

(RP)
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