Voerde: Beigeordnete: SPD mahnt zur Ruhe

Voerde : Beigeordnete: SPD mahnt zur Ruhe

Die Voerder Sozialdemokraten streben wie auch die CDU eine Verständigung über die Nachfolge von Kämmerin Simone Kaspar und des Beigeordneten Wilfried Limke an. Für die Kämmerer-Funktion stellen sie sich eine Übergangslösung vor.

Zwischen den beiden großen Fraktionen herrscht Einigkeit darüber, bei der Neubesetzung der Beigeordnetenstellen nicht in Hektik zu verfallen, wie sich die CDU ausdrückte, sondern bei der Nachfolgeregelung Ruhe walten zu lassen. Es brauche seine Zeit, geeignete Kandidaten für die Posten zu finden, diese "wachsen nicht auf den Bäumen", betont SPD-Fraktionschef Uwe Goemann. Kämmerin und Beigeordnete Simone Kaspar verlässt die Stadt bereits in rund drei Wochen in Richtung Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) NRW und auch der Erste und technische Beigeordnete Wilfried Limke wird seine regulär bis 2022 dauernde Wahlzeit nicht vollmachen. Wie zu vernehmen ist, möchte er im Spätsommer 2019 in den Ruhestand gehen.

Für die Funktion des Kämmerers muss eine Übergangslösung getroffen werden, diese muss zugeordnet sein, wie Bürgermeister Dirk Haarmann erklärt. Er selbst darf die Aufgabe nicht übernehmen. Das Amt des Bürgermeisters mit dem Amt des Kämmerers zu verquicken, ist gesetzlich unzulässig. Und so muss eine andere Person mit entsprechender fachlicher Qualifizierung mit der Kämmerer-Funktion beauftragt werden. Dies soll, wie Bürgermeister Haarmann sagt, ganz kurzfristig geschehen.

Durch die nun innerhalb der Verwaltung geplanten Umstrukturierungen sieht SPD-Fraktionsvorsitzender Goemann den Freiraum dafür geschaffen, bei der Neubesetzung der beiden Beigeordneten-stellen nicht unter Zeitdruck agieren zu müssen. Ihm ist es jedoch wichtig, das Thema aus dem Wahlkampf heraus zu halten: 2020 werden Stadtrat und Bürgermeister gewählt.

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Der SPD-Fraktionschef gibt sich insgesamt verhandlungsoffen: So schließt er etwa eine Veränderung des Aufgabenzuschnitts der Beigeordnetenstellen wie auch die Option, dass die CDU den technischen Bereich bekommt, nicht aus. In Voerde ist es traditionell so, dass die CDU das Vorschlagsrecht für die zweite Beigeordnetenstelle hat und die SPD für die Stelle des Ersten Beigeordneten, der aktuell technischer Dezernent ist. Für Goemann ist das nicht in Stein gemeißelt.

Er begrüßt die Äußerung von CDU-Fraktionschef Ingo Hülser, der auf eine "einvernehmliche Lösung" mit der SPD hofft, und darauf, in der Frage der Nachfolge von Kaspar und Limke "nicht im politischen Streit" auseinander zu gehen. "Wir wollen das gemeinsam lösen. Wir verständigen uns da", bekräftigt Goemann.

Auch Bürgermeister Haarmann wirbt für eine einvernehmliche Lösung. Anders als in dem Fall, in dem die Neubesetzung "gleich in einen Dissens" liefe, mache es ein solches Signal für potenzielle Kandidaten attraktiver, sich zu bewerben.

(P.K.)
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